Großbritannien

Britische Konservative: ein Untergang auf Raten

Der konservative Thinktank Bow Group schlägt Alarm. Durch massenhafte Parteiaustritte, Überalterung der Mitglieder und mangelnde Partizipation bei Aufstellungsverfahren seien die Tories akut gefährdet, dauerhaft den Anschluss an Labour zu verlieren. Diese Erkenntnisse basieren auf den Recherchen des ältesten konservativen Thinktanks in Großbritannien, in dem europaskeptische Abgeordnete und ehemalige Minister wie John Redwood, Norman Tebbit, Peter Lilley und Bill Cash den Ton angeben.

Britische Liberale setzen auf erfahrenes Führungspersonal

Nachdem der erhoffte und fest eingeplante Wiederaufstieg der Liberalen bei den Unterhauswahlen im Juni ausgeblieben war, hatte der Parteivorsitzende Tim Farron seinen Rücktritt angekündigt. Die in ihn gesetzten Hoffnungen hatten sich nicht erfüllt. Zwar holten die Liberalen in Summe vier Mandate mehr als 2015, doch damit liegen sie meilenweit von den 57 Sitzen entfernt, die sie bei der Unterhauswahl 2010 gewinnen konnten. Zudem ging das absolute Ergebnis sogar um 0,5 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent zurück.

Jeremy Corbyn und die Macht des Basis-Netzwerks

Es sollte eine Wahl werden, die man nicht verlieren kann. Als Premierministerin May im April vorgezogene Neuwahlen ausrief, hatte sie einen Vorsprung von 20 Prozentpunkten auf ihren Herausforderer Jeremy Corbyn. Sechs Wochen später rettete sie einen Vorsprung von zwei Prozentpunkten ins Ziel. Die absolute Mehrheit futsch, die Parteifreunde verärgert, die eigene Zukunft ungewiss.

Im Spiel "Trump – Europa" steht es 3:0

Unabhängig davon, wie Europa die Ankündigungen von Donald Trump inhaltlich bewertet – Respekt vor seiner Taktik! Trump schafft den Verhandlungs-Hattrick, bevor das Spiel überhaupt angefangen hat. Während das alte Europa gerade die uralte Rivalität zwischen England und Frankreich für die Brexit-Verhandlungen aufleben lässt, hat Trump die Karten für die bevorstehenden Verhandlungen zu Welthandel, Nato und Klimaverträgen nach seiner Agenda gemischt.

Die Liberalen sind wieder da

In den frühen Morgenstunden des 2. Dezember strahlt Tim Farron über das ganze Gesicht. Gerade hat seine Parteikollegin Sarah Olney die Unterhausnachwahl in Richmond Park, im Westen Londons, gewonnen. Sie holte 49,68 Prozent der Stimmen, ein Zuwachs von 30 Prozentpunkten gegenüber der letzten Parlamentswahl. Mit einem durch und durch proeuropäischen Wahlkampf hat sie dem ehemaligen konservativen Abgeordneten und Kandidaten für das Bürgermeisteramt in London, Zac Goldsmith, das Mandat abgenommen. Und damit ein Zeichen gesetzt: die Liberalen sind wieder da.

Die Tories wandeln auf Thatchers Spuren

Auch wenn der Ausgang der Wahl komplett offen ist, stehen seit gestern zwei Fakten fest. Zum einen wird Großbritanniens nächster Premierminister eine Frau sein, zum anderen wird es bei den Konservativen einen Rechtsruck geben. Vom Ausgang der Wahl hängt nun ab, wie weit das Pendel ausschlagen wird, denn die verbliebenen Kandidatinnen sind deutlich konservativer als der aktuelle Premierminister.

Wer wird Parteichef der britischen Tories?

In dieser Woche kommen die 330 Abgeordneten der britischen Tories zusammen, um die zwei Kandidaten zu wählen, unter denen die Parteibasis den zukünftigen Parteiführer und Premierminister bestimmen wird. Innenministerin Theresa May scheint gesetzt. Spannend bleibt, wer es als zweites auf den Wahlzettel schaffen wird. Immer unwahrscheinlicher ist, dass es der von Medien und Politikexperten ursprünglich als Favorit gehandelte Justizminister Michael Gove sein wird.

Schicksalswahl in Großbritannien

Ein über die Parteigrenzen hinweg äußerst hart geführter Wahlkampf, der infolge des tödlichen Attentats auf die Labour-Abgeordnete Jo Cox kurzzeitig unterbrochen wurde, neigt sich dem Ende zu. Ein Wahlkampf, der das Land in zwei Lager gespalten hat. Ein Wahlkampf, in dem sich ungewöhnliche Allianzen gegenüberstanden.

Das emotionale Defizit der EU-Befürworter

Seit Herbst des vergangenen Jahres liegen die EU-Befürworter in fast allen Meinungsumfragen über den Verbleib Großbritanniens in der EU vorne. Doch diese Dominanz in der öffentlichen Meinung ist trügerisch. Am Ende könnte der scheinbare Vorsprung des "Remain"-Lagers gar der "Leave"-Seite zum Triumph verhelfen. Warum? Entscheidend wird nicht sein, wer heute oder morgen vom Sofa aus an einer repräsentativen Umfrage teilnimmt. Entscheidend wird sein, welche Briten am 23. Juni tatsächlich den Gang an die Urne auf sich nehmen.

"Beide Seiten spielen die Angst-Karte aus"

Herr Whiteley, werden die Briten für den Austritt aus der EU stimmen?
Das ist schwer zu sagen, aktuell liefern sich die Kampagnen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dessen Ausgang vollkommen offen ist. Vieles wird von der Wahlbeteiligung abhängen. Wenn diese gering ausfällt, werden die Befürworter des Brexit stärker an die Urne strömen, da unsere Studien ergeben haben, dass es unter ihnen mehr Menschen gibt, die das Thema stark bewegt.

Wo verläuft denn der Graben?

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