Gesundheit

Das kleine Gesundheitsministerium

Wenn Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) politische Ziele formuliert, dann gerne auch mal in Form "dringender Bitten". Im September 2014 skizzierte er bei der Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die wichtigsten gesundheitspolitischen Vorhaben der laufenden Legislatur – und damit auch Arbeitsaufträge an den G-BA.

Politisch gewieft

Herr Professor Glaeske, wie wichtig sind die Branchendienste für den Gesundheitsbereich?

Gerd Glaeske: Für all diejenigen, die im Gesundheitssystem auf Entscheidungsebene sitzen, sind sie unverzichtbar. Denn sie geben zum einen das wieder, was hinter den Kulissen besprochen wird. Zum anderen berichten sie über das, was auf den unzähligen Pressekonferenzen verkündet wird, bei denen man aber als Entscheider nicht überall dabei sein kann – zumal, wenn man nicht in Berlin sitzt.

Graue Informationen

Sie sind nah dran, wissen früh Bescheid und ihre Ware ist die Information: die Branchendienste zum Thema Gesundheit. Sie verstehen sich als Informationsdienstleister für Verbände, Krankenkassen, Ministerien, Abgeordnete und all diejenigen, die in der Gesundheitspolitik mitmischen und sich im täglichen Wust der ungezählten Nachrichten und Neuigkeiten zurechtfinden müssen.

Die Blackbox

Nein, besonders beliebt ist dieses Amt nicht. „Der Gesundheitsminister hat immer die Torte im Gesicht“, fasste die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt die Widrigkeiten des Amts einmal zusammen. Schmidt muss es wissen: Denn so lange wie sie, immerhin neun Jahre, hielt es bisher noch niemand im 1961 gegründeten Ministerium aus. Das Ressort gilt als das unattraktivste im Kabinett – entsprechend hoch ist auch die Fluktuation an der Spitze des Hauses.

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