Europa

Ziemlich beste Freunde?

Über Sieg oder Niederlage in einem TV-Duell entscheiden nur zum Teil die Worte. Wenn es darum geht, wie die Zuschauer die Kontrahenten bewerten, geben Mimik und Körpersprache den Ausschlag. Gerade und noch mehr bei einem Duell zwischen Kandidaten, die der breiten Öffentlichkeit eher unbekannt sind. Betrachtet man die schwache Medienpräsenz des Europäischen Parlaments und die niedrige Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2009 (in Deutschland 43,3 Prozent), scheint das Interesse der Bevölkerung am Europawahlkampf doch eher gering zu sein.

Wie macht man Wahlkampf, wenn man in Europafragen uneins ist, Herr Höhn?

p&k: Herr Höhn, in den Wahlkampf ist die Linke mit der Großfläche „Passt auf“ gestartet. Online und auf Wahlkampfmaterialien findet sich der Spruch „Hier und in Europa – die Linke“. Gibt es keinen zentralen Claim zur Europawahl?

Nein. Bei der Bundestagswahl lautete der zentrale Claim „100 Prozent sozial“. Dieses Mal verzichten wir darauf. Durch eine durchgängige URL „hier-und-in-europa.de“ verbinden wir jedoch die Wahlen in den Kommunen und für das Europaparlament.

Warum verzichten Sie auf einen Claim?

Grüne präsentieren Europawahlkampagne

Klimaschutz, Kampf gegen Gentechnik und Massentierhaltung, mehr Engagement für Europas Jugend: Dies sind einige der Themen, die die Plakatmotive der Grünen aufgreifen. Die Spitzenkandidaten Rebecca Harms und Sven Giegold sowie Wahlkampfleiter Michael Kellner stellten am Mittwoch in Berlin die Europawahlkampagne der Grünen vor. Kellner gab sich optimistisch: "Wir werden ein zweistelliges Ergebnis erreichen", sagte der Politische Bundesgeschäftsführer.

„Berlusconi verkörpert ein Ideal“

p&k: Herr Mancini, erst ist Silvio Berlusconi wegen Steuerbetrugs verurteilt worden, dann hat er versucht, den italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta zu erpressen, scheiterte aber letztlich daran, dass seine eigenen Parteikollegen ihm die Gefolgschaft verweigerten. Jetzt versucht er seine Partei zu spalten – kann Berlusconi noch einmal angreifen oder ist er politisch am Ende?

Gemeinsames Bekenntnis

Wohl kaum eine Personalmeldung hat in den vergangenen Wochen für mehr Wirbel gesorgt als diese: Der Staatsminister der Bundeskanzlerin, Eckart von Klaeden (CDU), wechselt Ende des Jahres zum Automobilkonzern Daimler. Die heftigen Reaktionen auf den prominenten Seitenwechsler haben wieder einmal verdeutlicht: Im Verhältnis von Politik und Wirtschaft ist Rechtskonformität allein längst kein Garant mehr für Glaubwürdigkeit und Akzeptanz.

„Uns fehlt ein Kümmerer“

p&k: Herr Verheugen, zurzeit liegt der Anteil deutscher Beamter bei der EU-Komission bei 6,9 Prozent. Ist das nicht viel zu wenig für den größten Nettozahler der Gemeinschaft?
Günter Verheugen: Stimmt, aber das Problem ist hausgemacht: Die Deutschen sind zu alt, wenn sie sich auf Stellen im EU-Beamtenapparat bewerben; die Tendenz geht Richtung Anfang 30. Das Studium dauert bei uns einfach zu lang. Ein junger Brite, der in den EU-Dienst will, ist meist Anfang 20. Und im EU-System sind Seiteneinstiege nicht ­vorgesehen.

„Wir bleiben Letten“

p&k: Schuldenkrise, Sparzwänge, Streitereien: Derzeit sind die Euro-Staaten alles andere als ein Dream-Team. Wie wollen Sie die Letten ausgerechnet jetzt davon überzeugen, dass der zum 1. Januar 2014 geplante Beitritt zur Euro-Zone richtig ist?

Seiten

RSS - Europa abonnieren