EU

Briten senden Schockwellen durch Europa

David Cameron hat sich mit der Abstimmung ein Denkmal gesetzt. Er geht als der Premierminister in die Geschichte ein, der sein Land aus der EU geführt hat. Damit steht er vor dem Scherbenhaufen seiner Entscheidung, das Land über die weitere EU-Mitgliedschaft abstimmen zu lassen. Bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 70 Prozent haben sich die Briten in fast allen Landesteilen für den Brexit entschieden. Einzig in Schottland, Nordirland und London gab es deutliche Mehrheiten für den Verbleib in der EU.

Schicksalswahl in Großbritannien

Ein über die Parteigrenzen hinweg äußerst hart geführter Wahlkampf, der infolge des tödlichen Attentats auf die Labour-Abgeordnete Jo Cox kurzzeitig unterbrochen wurde, neigt sich dem Ende zu. Ein Wahlkampf, der das Land in zwei Lager gespalten hat. Ein Wahlkampf, in dem sich ungewöhnliche Allianzen gegenüberstanden.

"Beide Seiten spielen die Angst-Karte aus"

Herr Whiteley, werden die Briten für den Austritt aus der EU stimmen?
Das ist schwer zu sagen, aktuell liefern sich die Kampagnen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dessen Ausgang vollkommen offen ist. Vieles wird von der Wahlbeteiligung abhängen. Wenn diese gering ausfällt, werden die Befürworter des Brexit stärker an die Urne strömen, da unsere Studien ergeben haben, dass es unter ihnen mehr Menschen gibt, die das Thema stark bewegt.

Wo verläuft denn der Graben?

Kampagnenstart im Endspiel um den Brexit

Die Fronten sind geklärt. Die britische Wahlkommission hat vor wenigen Tagen ihre Entscheidung darüber verkündet, welche zwei Gruppen offiziell für beziehungsweise gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU werben dürfen. Wenig überraschend ist dies "Britain Stronger In Europe" für die Gegner des sogenannten Brexit. Im Lager der Europaskeptiker kommt "Vote Leave" die Führungsrolle zu.

Brexit: Cameron drückt aufs Tempo

David Cameron ist zuversichtlich. Wenn alles klappt, wird der britische Premierminister am Wochenende Reformvorschläge präsentieren können, dank derer er sich für den Verbleib seines Landes in der EU einsetzen wird. Seine Strategie zielt auf den frühestmöglichen Termin für das Durchführen eines Referendums ab – nämlich Juni 2016. Damit würde er die EU-Skeptiker und Brexit-Befürworter stark unter Druck setzen, bei ihnen sind derzeit Streitereien an der Tagesordnung.

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