Digital Public Affairs

Im ersten Schritt muss eine Webseite her

Die Finanzbranche steht mit ihrer Interessenvertretung vor besonderen Herausforderungen: Reputation und öffentliche Legitimität sind auch weit nach der Finanzkrise auf einem Tiefpunkt. Breiten Teilen der Bevölkerung und der Politik fehlt Vertrauen in Unternehmen und Produkte. Wir können daher bei der Public-­Affairs-Arbeit nicht einfach weiter machen wie bisher. Es geht darum, neben dem Themenschwerpunkt Regulatorik die politische Kommunikation in den Mittelpunkt zu rücken. Wir müssen Vertrauen wiederherstellen und erhalten.

Nutzt Plattformen zur Kollaboration!

Public Affairs sind heute ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Unternehmenskommunikation, nicht nur auf C-Level-Ebene. Die Schnittstellen zu anderen Abteilungen werden zahlreicher. Um Komplexität in Organisationen zu reduzieren, bietet die Digitalisierung für Unternehmen zahlreiche Lösungen. Plattformen zur Kollaboration ermöglichen Teams, transparent an einem Projekt zu arbeiten, Ressourcen effektiv einzusetzen und Wissen wie Ergebnisse zu teilen. Aber all das ist fern der Arbeitsrealität von Public-Affairs-Teams.

Für lange Freigabeschleifen ist keine Zeit!

Digitale Kommunikation kann auch für einen Verband sehr erfolgreich sein, wenn sie gezielt und strategisch vorangetrieben wird. Sie bietet die Möglichkeit, Agenda Setting zu betreiben und hohe Reichweiten durch Verlinken und Teilen der eigenen Webseiten-Inhalte zu erreichen. Verbände sind Sprachrohr und Schutzschild ihrer jeweiligen Branche und sollten als Quelle zuverlässiger Experteninformationen gelten – nicht nur in der analogen, sondern auch in der digitalen Welt. Deshalb ist es wichtig, eine klare Haltung zu zeigen.

Daten gehören ins Zentrum jeder Kampagnen­strategie

Algorithmen entfalten ausgehend von den Inhalten, die wir konsumieren, eine selbstreferenzielle Bestätigung von Meinungen und Überzeugungen. Politische Akteure müssen auf diese Disruption der politischen Meinungs- und Willensbildung reagieren und Daten in den Mittelpunkt ihres kommunikativen Handelns stellen. Aber wie trifft man datenbasierte Kommunikationsentscheidungen in einer digitalen Kampagne?

Denken Sie wie ein Marketer!

Die Datenmenge explodiert: Jede Minute werden mehr als drei Millionen neue Face­book-Updates veröffentlicht. Alle Aktivitäten im Internet hinterlassen Spuren. Daten über Nutzerverhalten aus vielen Quellen wachsen ebenfalls exponentiell: Netzwerke, Businesstransaktionen, Smartphones – alle tragen zu Big Data bei. Der Begriff bezieht sich auch auf das Sammeln und die Analyse von Daten. Marketer haben das verinnerlicht und basieren Analysen und Entscheidungen auf Echtzeit-Daten.

Endlich raus aus der ­digitalen Steinzeit

Die Diskussion um Digital Public Affairs verkürzt sich zu sehr auf die Kommunikation in sozialen Medien. Großes Potenzial liegt auch im internen Wissensmanagement, also der effizienteren Aggregierung und Kuratierung politischer Informationen, der optimalen Vernetzung von Wissen, der besseren Analysemöglichkeit und dem optimalen Management von Informationen, den damit verbundenen Personen sowie Aktionen in der eigenen Organisation.

Politische Botschaften brauchen ein Gesicht

Digital oder analog? Die politische Interessenvertretung erfordert belastbare Netzwerke. Diese müssen über jahrelange Kontaktpflege aufgebaut und gestärkt werden. Weder Facebook noch Twitter, Linked­­in oder Xing ersetzen vertrauensvolle Begegnungen mit Politikern und Stakeholdern. Dennoch hält die digitale Welt mehr und mehr auch im politischen Geschäft Einzug. Die digitale Community wächst und die Digitale Agenda ist wesentlicher Bestandteil der politischen Debatte.

Der CEO als Wahlkämpfer

Ich habe seit 2004 in jedem Präsidentschaftswahlkampf mitgewirkt, aber 2016 war für mich als Kommunikator mit Abstand die herausforderndste Kampagne. Nachrichten sind 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche verfügbar und haben eine kürzere Halbwertzeit. Unsere Aufgabe ist es, Botschaften an ein Publikum zu kommunizieren, das mehr Informationen aus mehr Quellen denn je bezieht. Gleichzeitig müssen wir schnell auf Nachrichtenportale reagieren, die dubios sind, aber auf viele Wähler wie seriöse Medien wirken.

Digital kollaborieren, persönlich vernetzen

Im Washington der New-Deal-Ära machte sich Henry Pomeroy "Roy" Miller einen erfolgreichen Namen als Lobbyist, indem er auf ein relativ einfaches, aber offenbar tragfähiges Konzept setzte: "Bourbon, beefsteak and blondes". Im Restaurant des Repräsentantenhauses unterhielt er einen auf seinen Namen reservierten Tisch, an dem sich Abgeordnete auf seine Kosten stärken konnten. Er konnte sich auf eine nicht allzu große, aber verlässliche Zahl von Repräsentanten stützen, die als die Miller Group bekannt waren.

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