Dialog

Mehr Dialog wagen!

Wir schütteln ungläubig den Kopf über Menschen, die zu radikalen Meinungen neigen und Parteien wählen, die wir nicht für demokratietauglich halten. Wir regen uns über diejenigen auf, die lautstark etwas gegen Minderheiten, Emanzipation und Europa vorbringen. Wir, das sind aufgeklärte, kulturell aufgeschlossene und in vielfacher Weise engagierte Bürger.

Wer Wahrheit will, muss diskutieren

Der amerikanische Philosoph Donald Davidson lehrt uns: Vernünftig ist man nicht alleine. Vielmehr müssen sich die Menschen auf „Das, was ist“, auf eine intersubjektive Wahrheit, erst in einem kommunikativen Austausch einigen. Dieser Prozess scheint in „post-faktischen“ Zeiten von komplexen politischen Fragestellungen auf der einen Seite und Facebook-Filterblasen und Social Bots auf der anderen immer schwieriger zu werden. Musterbeispiele für die missliche Lage des politischen Diskurses sind die Verhandlungen zu den Handels- und Investitionsabkommen TTIP und CETA.

Wie misst man Akzeptanz?

Gesellschaftliche Akzeptanz gehört heute zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren von Industrieunternehmen. Dabei geht es zum einen darum, die Bedeutung der Industrie für die deutsche Wirtschaft deutlich zu machen. Zum anderen wird eine weitere Dimension der Industrieakzeptanz evident, wenn industrielle Produktion und Wohnbebauung unmittelbar aufeinandertreffen. Denn einen Industriestandort wünschen sich die wenigsten als direkten Nachbarn.

Es gibt keine politischen Shitstorms!

Manche Tweets und Kommentare verärgern, manche verletzen auch. Es gibt auch sogenannte Trolle im Netz, deren Lebensinhalt darin besteht, zu provozieren und aufzufallen. Und ja, manche Politiker oder deren Unterstützer inszenieren im Internet Kampagnen, die an Hetzjagden erinnern: Gezielt lassen sie Hass-Kommentar auf Hass-Kommentar folgen, Schmähkritik auf Schmähkritik. Trotz alledem bin ich der Meinung: Es gibt keine politischen Shitstorms. Die Politik sollte deshalb keine Angst davor haben.

Hangout mit Abgeordneten

Herr Marx, wie läuft eine digitale Bürgersprechstunde ab?

Christian Marx: Der erste Schritt besteht darin, Politiker anzufragen und sich gemeinsam auf einen Termin zu einigen. Steht der Termin fest, kündigen wir die digitalen Bürgersprechstunden auf unserer Webseite an. Außerdem fordern wir unsere Community auf, Fragen zu stellen. Im zweiten Schritt versuchen wir, lokale Medien aus dem Wahlkreis des Bundestagsabgeordneten für eine Mitarbeit zu begeistern.

Mut zum Kontrollverlust

Mit diesen 108 Zeichen begann am 3. Mai 2011 die Twitter-Zeitrechnung der deutschen Bundesministerien: "Ab sofort gibt es das Neueste aus dem Auswärtigen Amt auch über Twitter. Folgen Sie uns auf @AuswaertigesAmt". Unter Außenminister Guido Westerwelle (FDP) eröffnete das Auswärtige Amt damals als erstes der Bundesministerien einen Account bei dem Mikrobloggingdienst. Mehr als drei Jahre und tausende Tweets später twittern inzwischen elf der vierzehn Ministerien.

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