David Cameron

Schicksalswahl in Großbritannien

Ein über die Parteigrenzen hinweg äußerst hart geführter Wahlkampf, der infolge des tödlichen Attentats auf die Labour-Abgeordnete Jo Cox kurzzeitig unterbrochen wurde, neigt sich dem Ende zu. Ein Wahlkampf, der das Land in zwei Lager gespalten hat. Ein Wahlkampf, in dem sich ungewöhnliche Allianzen gegenüberstanden.

"Beide Seiten spielen die Angst-Karte aus"

Herr Whiteley, werden die Briten für den Austritt aus der EU stimmen?
Das ist schwer zu sagen, aktuell liefern sich die Kampagnen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dessen Ausgang vollkommen offen ist. Vieles wird von der Wahlbeteiligung abhängen. Wenn diese gering ausfällt, werden die Befürworter des Brexit stärker an die Urne strömen, da unsere Studien ergeben haben, dass es unter ihnen mehr Menschen gibt, die das Thema stark bewegt.

Wo verläuft denn der Graben?

Brexit: Cameron drückt aufs Tempo

David Cameron ist zuversichtlich. Wenn alles klappt, wird der britische Premierminister am Wochenende Reformvorschläge präsentieren können, dank derer er sich für den Verbleib seines Landes in der EU einsetzen wird. Seine Strategie zielt auf den frühestmöglichen Termin für das Durchführen eines Referendums ab – nämlich Juni 2016. Damit würde er die EU-Skeptiker und Brexit-Befürworter stark unter Druck setzen, bei ihnen sind derzeit Streitereien an der Tagesordnung.

Bei Labour siegt Herz über Verstand

Deutlicher als erwartet – mit 59,5 Prozent – hat der als Außenseiter gestartete Sozialist Jeremy Corbyn die Wahl zum Vorsitzenden der britischen Labour Party gewonnen. Der Rebell setzte sich gegen das Partei-Establishment durch: auch Dank der rund 105.000 "registrierten Unterstützer", von denen beinahe 90.000 für ihn stimmten. Sie entrichteten drei Pfund und erkauften sich so ein Mitspracherecht bei der Wahl des Vorsitzenden. Unter ihnen befinden sich Grüne, Sozialisten und Konservative, die Corbyn gleichermaßen ins Amt tragen wollten.

Labour sucht Hoffnungsträger

Unter der Führung von Ed Miliband erzielten die britischen Sozialdemokraten bei den Parlamentswahlen im Mai ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Unterhauswahl seit 1983. Entsprechend kündigte Miliband unmittelbar nach Verkündung des Wahlergebnisses seinen Rücktritt an. Er hinterlässt eine Partei, in der Richtungs- und Flügelkämpfe toben. 

Camerons Drahtseilakt

Großbritannien hat gewählt. Und während die Wahlnacht entgegen allen Vorhersagen den Konservativen von Premierminister David Cameron eine absolute Mehrheit bescherte, kostete sie zwei Parteivorsitzende das Amt. Am Morgen nach der Wahl traten Ed Miliband (Labour) und Nick Clegg (Liberale) von ihren Ämtern zurück. David Cameron hat nun die Aufgabe, zwischen den Europhilen und den Euroskeptikern ein verlässliches Regierungsprogramm auf die Beine zu stellen.

Die Durchstarterinnen

Lachend verlässt Elizabeth Truss am 23. Juli 2014 Number 10 Downing Street und winkt in Richtung der Journalisten. Sie hat allen Grund zur Freude – gerade hat Premierminister David Cameron sie zur Umwelt- und Landwirtschaftsministerin ernannt. Truss ist damit die jüngste Frau, die jemals einem Kabinett der britischen Konservativen angehörte – und das nach gerade einmal vier Jahren im Parlament. Nicht wenige im Londoner Politikbetrieb sehen in ihr eine neue Margaret Thatcher.

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