Bündnis 90/Die Grünen

Sind die Grünen die wahre liberale Partei, Herr Schlauch?

Herr Schlauch, Sie haben im Kampf um Europa und seine Ideale eine stärkere Debatte gefordert. Glauben Sie, dass nach dem Abgang von Angela Merkel hier mehr möglich sein wird?

Naja, ich würde diese Zurückhaltung Deutschlands in der europäischen Frage nicht nur Angela Merkel ins Wachs drücken. Sie hat lange, ganz lange gebraucht, um die Dimension Europa einigermaßen adäquat aufzunehmen. Aber sie hat sie dann auch aufgenommen. Das muss man ihr schon zugutehalten.

Woran machen Sie das fest?

Das Machtsystem der Grünen-Doppelspitze

Es gibt diesen einen Moment der Unsicherheit, in dem seine Wahl zum Parteivorsitzenden doch noch zu scheitern droht. Die Sympathien der meisten Delegierten auf dem Wahlparteitag der Grünen Ende Januar in Hannover hat er ja längst. Doch nicht wenige finden, dass er es etwas zu weit treibe mit seinen Sonderwünschen, seiner Extra­wurst. Robert Habeck will nämlich nicht einfach nur Parteichef werden, sondern den Grünen auch noch aufzwingen, für ihn ihre Statuten zu ändern. 

­Der Chef heißt einfach "der Cem"

Michael Kellner muss nicht lange überlegen. Was ist typisch für die Bundesgeschäftsstelle der Grünen, was es in anderen Parteizentralen so nicht gibt? "Die Vogelnester", sagt er. "Wir haben überall Schwalbennester." Und natürlich die Solarpaneele auf dem Dach des Altbaus am Platz vor dem Neuen Tor. "Das ist hier schon alles sehr grün", sagt der Bundesgeschäftsführer.

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