Bündnis 90/Die Grünen

Reif für die Regierung?

 Das Wort "Vertändeln" ist etwas aus der Mode gekommen. Und doch lässt sich damit die Stimmung von Bündnis 90/Die Grünen gut beschreiben. So wie ein Fußballspieler den Ball nicht leichtfertig abgeben und an den Gegner verlieren möchte, geht es bei den Grünen um noch mehr: Trotz des Corona-Dämpfers verzeichnet die Partei Umfragewerte, die eine Beteiligung an der nächsten Bundesregierung realistisch erscheinen lassen. 

Wie man Europa erfolgreich kommuniziert

Die Europawahl war eine Entscheidungswahl. Erstarkt der Nationalismus, oder werden die stark, die für ein demokratisches, vielfältiges und umweltfreundliches Europa stehen?​ Bündnis 90/Die Grünen kommunizierten diese Themen besonders erfolgreich.

Worin bestanden die größten kommunikativen Herausforderungen bei der Konzeption und Umsetzung der Kampagne?

Das Grünen-Umfragehoch: nachhaltig oder Hype?

Vom schwachen Abschneiden bei der Landtagswahl in Thüringen (5,2 Prozent) einmal abgesehen, erfreuen sich die Grünen derzeit beeindruckender Wahl- und Umfrageerfolge. Im Deutschlandtrend von Januar für das ARD-Morgenmagazin liegen sie mit 24 Prozent nur zwei Punkte hinter CDU und CSU, die zusammen auf 26 Prozent kommen. Hält dieser Umfrageerfolg an, verspricht die Bundestagswahl im kommenden Jahr sehr spannend zu werden.

Sind die Grünen die wahre liberale Partei, Herr Schlauch?

Herr Schlauch, Sie haben im Kampf um Europa und seine Ideale eine stärkere Debatte gefordert. Glauben Sie, dass nach dem Abgang von Angela Merkel hier mehr möglich sein wird?

Naja, ich würde diese Zurückhaltung Deutschlands in der europäischen Frage nicht nur Angela Merkel ins Wachs drücken. Sie hat lange, ganz lange gebraucht, um die Dimension Europa einigermaßen adäquat aufzunehmen. Aber sie hat sie dann auch aufgenommen. Das muss man ihr schon zugutehalten.

Woran machen Sie das fest?

Das Machtsystem der Grünen-Doppelspitze

Es gibt diesen einen Moment der Unsicherheit, in dem seine Wahl zum Parteivorsitzenden doch noch zu scheitern droht. Die Sympathien der meisten Delegierten auf dem Wahlparteitag der Grünen Ende Januar in Hannover hat er ja längst. Doch nicht wenige finden, dass er es etwas zu weit treibe mit seinen Sonderwünschen, seiner Extra­wurst. Robert Habeck will nämlich nicht einfach nur Parteichef werden, sondern den Grünen auch noch aufzwingen, für ihn ihre Statuten zu ändern. 

­Der Chef heißt einfach "der Cem"

Michael Kellner muss nicht lange überlegen. Was ist typisch für die Bundesgeschäftsstelle der Grünen, was es in anderen Parteizentralen so nicht gibt? "Die Vogelnester", sagt er. "Wir haben überall Schwalbennester." Und natürlich die Solarpaneele auf dem Dach des Altbaus am Platz vor dem Neuen Tor. "Das ist hier schon alles sehr grün", sagt der Bundesgeschäftsführer.

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