Bundestagswahl

Mission fünf Millionen

Um den Gipfel des Mount Everest zu besteigen, braucht man heutzutage entweder sehr viel Geld für einen professionellen Bergführer oder sehr viel Erfahrung, um den Weg hinauf zur Spitze allein zu meistern.
Auch die Grünen wollen hoch hinaus: Ihr Drang gilt nicht dem Mount Everest, sondern dem Prozentbalken am Wahlsonntag des 22. September. Mehr als sechs Millionen Zweitstimmen sollen her. Doch die Mittel für den Gipfelsturm sind begrenzt: Gerade mal 5,5 Millionen Euro stehen der Partei im Wahlkampf zur Verfügung.

Kooperation mit XING zur Bundestagswahl 2013

[no-lexicon] Und so funktioniert’s: SIEBEN WOCHEN lang, vom 5. August bis zur Bundestagswahl am 22. September, beantworten Politiker von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, der LINKEN und den Piraten täglich eine Frage zu einem von insgesamt SIEBEN politischen Themenkomplexen. Formuliert wurden die Fragen von der Community des beruflichen Netzwerkes XING. Damit spiegeln sie die Themen wider, die politisch interessierte Berufstätige in Deutschland am meisten bewegen.

Eine Muslimin für Merkel

Das hat Cemile Giousouf in letzter Zeit nicht oft erlebt. Als sie sich an diesem Samstagmorgen im Mai im Hagener Bürgeramt anmelden will, Dokumente ausfüllt, Unterschriften leistet und dem Sachbearbeiter auf die Frage nach ihrer Religionszugehörigkeit „Ich bin Muslimin“ antwortet, beachtet das ihr Gegenüber gar nicht weiter: „Für die Statistik wird nur erfasst, wer evangelisch oder römisch-katholisch ist.“ Dass ihre Religion keine Rolle spielt – eine neue Erfahrung für die Frau mit der Ponyfrisur.

Wahlpflicht einführen?

Die Wahlbeteiligung bei der letzten Bundestagswahl 2009 war die niedrigste seit Bestehen der Bundesrepublik. Eine Wahlpflicht könnte die Legitimität der Demokratie stärken, findet Stefan Mayer. Für ein falsches politisches Signal hält sie dagegen Stefan Ruppert.

Politischer Quasi-Journalismus

Wahlkampf? „Dafür interessiert sich doch zurzeit noch niemand“, sagt „Stern“-Autor Andreas Hoidn-Borchers. Auch Nico Fried, Leiter der Hauptstadtredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ winkt ab. Ein bisschen Geplänkel hier, ein paar Positionierungsversuche da – heftiges Ringen um die Gunst des Wählers sieht anders aus. Wahl-Experte Karl-Rudolf Korte hat auch gleich die Erklärung dafür parat: Die Hälfte der Wähler entscheide sich erst in den letzten zehn Tagen vor der Wahl, welcher Partei und welchem Kandidaten sie ihre Stimme geben.

Der Kumpel-Typ

Für eine Frau, die gerne plant, beginnt der Grünen-Parteitag in Berlin mit einer kleinen Irritation. Die Abgesandten aus Nienburg haben sich einen zusätzlichen Platz geschnappt, der eigentlich Verlindens Kreisverband Lüneburg zusteht. Ihr Sitznachbar diskutiert mit den Parteifreunden, redet dann kurz mit ihr. Die Nienburger wollen den Platz nicht hergeben. „Blöd, aber wir wollen uns nicht streiten“, sagt die 34-Jährige diplomatisch. „Dann rotieren wir eben und organisieren noch einen Stuhl.“ Sie packt eine Brötchentüte und einen Laptop auf ihren Tisch.

Wahlkampfvorboten

Am Ende behält Helmut Schmidt immer Recht“: Mit dieser selbstironischen Bemerkung beendet Sigmar Gabriel seine Rede im Willy-Brandt-Haus, einer Rede, die er eigentlich erst einige Monate später halten wollte. Doch der Druck von außen auf die Troika war dann doch zu groß. Neben Gabriel steht Peer Steinbrück, der designierte Kanzlerkandidat der SPD. Der Norddeutsche zeigt denn auch gleich klare Kante. „Wir setzen auf Sieg und nicht auf Platz“, sagt er.

Die Kanzlermacher

Berlin-Mitte, Unter den Linden

Vom Lifestyle-Magazin „Architectural Digest“, das 2011 seine Redaktionsräume in Berlin aufgab, um zurück nach München zu ziehen, ist nur der Fußabtreter geblieben. „AD“ steht auf der Matte am Eingang, auf der sich seit einigen Monaten die Mitarbeiter der Agentur „Blumberry“ die Schuhe abputzen.

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