Bundestagswahl 2017

Die Kampagne als Skandal

Nach drei Jahren radikaler Neuausrichtung galt es für die FDP im vergangenen Jahr, Inhalte und Image in der Kampagne zur Bundestagswahl zu verdichten. Erneut bauten die Liberalen auf die Unterstützung der Agentur Heimat. 

Worin bestanden die größten kommunikativen Herausforderungen bei der Konzeption und Umsetzung?

Sie sind dann mal weg

Bei jeder Bundestagswahl wird mehr als ein Drittel der Abgeordneten ausgetauscht, sie ist insofern Symbol für Abschied und Neuanfang. Während einige Parlamentarier bis zum Wahl­abend warten mussten, ob sie auch dem 19. Deutschen Bundestag angehören werden, haben mehr als 80 Abgeordnete im Vorhinein auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Dabei ist auffällig, dass in diesem Jahr viele Politiker aus der ehemals ersten Reihe den Bundestag verließen, die über Jahre die politische Debatte in ihrem Aufgabengebiet geprägt haben.

Tauziehen im Knäuel

Die Stimmen sind ausgezählt und die Wunden geleckt; die politische Landschaft stellt sich neu auf. Mit dem Ende des Wahlkampfjahres wird ein neues Kapitel in der Bundespolitik auf­geschlagen. Doch bevor die gesamte politische Landschaft in die Routinen der Regierungsarbeit oder der Oppositionspolitik eintauchen kann, müssen die Grundlagen für das Regierungshandeln und den parlamentarischen Betrieb, letztlich für das gesamte politische Geschäft in den kommenden vier Jahren, in einem Koalitionsvertrag festgelegt werden.

Wie wird die Briefwahl hip?

In einem Meeting Mitte Juni hätte die Kollektiv-Einschätzung eindeutiger nicht ausfallen können: Für einen Briefwahlkampagnen-Claim samt Hashtag war "Sonntag hab ich was Besseres vor" nicht geeignet. Zu lang, zu unpolitisch, ohne klaren Zielbezug – und überhaupt: Welcher Sonntag? Niemand würde wissen, dass es um den Wahlsonntag geht. Manch einer gar denken, hier würde zur Nichtwahl aufgerufen!

Merkel trifft auf Facebook kaum noch ins Schwarze

Je näher die Bundestagswahl rückt, desto weniger gelingt es Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihre Facebook-Fans zu überzeugen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Agentur Territory Webguerillas. An der Spitze des Facebook-Rankings steht weiterhin Linken-Franktionschefin und -Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht, neu auf Platz zwei und drei landen FDP-Chef Christian Lindner (FDP) und der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir.

Diese vier Fehler sollten sich Politiker auf Instagram sparen

Der Wahlkampf 2017 sei so digital wie nie zuvor und das Land brauche mehr digitale Kompetenz – das sind die Binsenweisheiten dieser Tage. Doch wie ein Blick auf die Social-Media-Plattformen verrät, tun sich Deutschlands Spitzenpolitiker mit ihrem Appell nach Veränderung selbst schwer. Damit sind weniger einzelne Entgleisungen gemeint, das Problem ist vielmehr grundsätzlicher Natur: Social Media honoriert Authentizität – die haben Deutschlands Politiker aber offenbar größtenteils verlernt.

­Der Chef heißt einfach "der Cem"

Michael Kellner muss nicht lange überlegen. Was ist typisch für die Bundesgeschäftsstelle der Grünen, was es in anderen Parteizentralen so nicht gibt? "Die Vogelnester", sagt er. "Wir haben überall Schwalbennester." Und natürlich die Solarpaneele auf dem Dach des Altbaus am Platz vor dem Neuen Tor. "Das ist hier schon alles sehr grün", sagt der Bundesgeschäftsführer.

Darüber spricht man nicht

Eigentlich sollte die Gegnerbeobachtung ausgestorben sein. Die Aufgabe werde bis 2017 von Medien und Smartphone-Reportern übernommen, vieles ließe sich automatisieren. So hatte es Frank Wilhelmy, Gegnerbeo­bachter der SPD, 2013 auf einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung gesagt. Ironisch, wie er betont. Vier Jahre später sitzt er immer noch im Willy-Brandt-Haus und recherchiert zur politischen Konkurrenz. "Es gibt heute mehr zu tun denn je: mehr Parteien, mehr Hass und mehr Fake News.

Mit diesen Tools kommen Sie sicher durch den Wahlkampf!

Im Wahlkampf kommt es in den sozialen Medien vor allem auf Folgendes an: gelebter Dialog mit der Community, Schnelligkeit und verifizierte Quellen. Für die Kandidaten muss ein Tool deshalb möglichst einfach zu bedienen sein und gleichzeitig so viele Social-Media-­Kanäle abdecken wie möglich, damit man sich das Ein- und Ausloggen in den verschiedenen Apps und auf Plattformen sparen kann. Außerdem ist es in dieser Zeit unabdingbar, dass die Social­-Media-Kommunikation auch über das Smartphone funktioniert, also beispielsweise über eine App.

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