Bundestagswahl

Was ­lernen wir aus dem ­digitalen ­Wahlkampf 2017?

Digitale Werkzeuge ändern den Wahlkampf nicht, aber sie stärken die Möglichkeiten politischer Kampagnen. Es ist für die Bürger viel einfacher und schneller, zu spenden, Informationen zu suchen oder Kontakt aufzunehmen. Inhaltliche Nischen und detaillierte politische Interessen finden genauso ihren Platz wie Netzwerkangebote auf sozia­len Plattformen.

Warum das deutsche Wahlsystem besser ist als sein Ruf

1. Das deutsche Wahlsystem sorgt dafür, dass die Anzahl der Abgeordneten im Parlament die Stimmanteile abbildet. Die Zweitstimme (die wichtigere von beiden) macht es möglich. Die Partei mit den meisten Kreuzen bekommt die meisten Sitze. Wer das in einer Demokratie für selbstverständlich hält, hat die Rechnung ohne das amerikanische Wahlmänner-­System gemacht. Donald Trump ist Präsident, obwohl er fast drei Millionen Stimmen weniger hatte als seine Gegenkandidatin. Er ist damit bereits der fünfte US-Präsident, der die Mehrheit beim Popular Vote verfehlt hat.

Das Netz bedroht unseren Wahlkampf ... oder doch nicht?

Wer in den vergangenen Monaten die Diskussionen im Feuilleton verfolgt hat, könnte glauben, dass die Demokratie an einem Wahltag in großer Gefahr ist. Schuld daran: das gefährliche Internet. Nicht erst seit der US-Präsidentschaftswahl 2016 grassiert in Parteizentralen und Redaktionen die Angst vor Manipulation, gezielter Online-Werbung, Hacks, Filterblasen und der Bedrohung, die der Populismus für die Debattenkultur darstellt. Jedem dieser Phänomene wird je nach Anschauung, Absender und Zuspitzung das Potenzial zugeschrieben, eine Wahl massiv zu beeinflussen.

Fünf Gründe für das Wahldebakel der SPD

Während es in der SPD seit dem Wahlsonntag darum geht, sich für die angestrebte Oppositionsführerrolle personell neu aufzustellen und die öffentliche Debatte wieder einmal von der AfD bestimmt wird, scheinen die Ursachen für die Wahlschlappe der SPD in den Hintergrund zu geraten. Doch auch wenn man in der Partei endlich verstanden zu haben scheint, dass Opposition nicht immer Mist ist, sei ihr dringend empfohlen, auch zurückzublicken, um zukünftig mit klarem Visier nach vorne schauen zu können.

Von der Schwierigkeit, kommunikativ Vertrauen aufzubauen

Der 24. September 2017 wird in die Geschichtsbücher als ein Einschnitt in Bezug auf das deutsche Parteiensystem nach dem zweiten Weltkrieg eingehen. Nach einem zugegebenermaßen mauen Wahlkampf gab es lange Gesichter auf Seiten der Volksparteien, während kleinere Parteien triumphierten und sogar wieder oder neu in den Bundestag eingezogen sind. Weder der 2013 noch so erfolgreiche Wahlspruch "Sie kennen mich" von Amtsinhaberin Angela Merkel noch die kumpelhaft-freundliche Art ihres Herausforderers Martin Schulz wurden im erhofften Maße von den Wählern goutiert.

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