Bundestag

Rhetorikcheck: Johanna Wanka

Wer Bundestagsreden kennt, der weiß, wie häufig die Abgeordneten das frei gesprochene Wort scheuen. Dabei gibt es keinen wichtigeren Ort für die freie Rede als den Bundestag. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) beherrscht den freien Vortrag und geht souverän und ohne Manuskript an das Rednerpult.

Sechs goldene Regeln für Plenarreden

Die Sternstunden des Parlaments, in denen Plenarreden zu überzeugen und gesetzgeberische Entscheidungen herbeizuführen vermögen, sind selten. Die Würfel fallen außerhalb des Plenums – in Parteizentralen, in Ausschüssen. Wer im Plenum redet, braucht die Mitglieder der eigenen Fraktion beziehungsweise Koalition in der Regel nicht zu überzeugen – sie werden sowieso für das Gesetz stimmen. Die Mitglieder der Opposition sind auch nicht zu überzeugen – sie werden gemäß dem parlamentarischen Brauch sowieso dagegen stimmen.

Rhetorikcheck: Andreas Scheuer

Natürlich ist ein Talk-Show-Auftritt bei "Maybrit Illner" keine Bundestagsdebatte. Doch gerade in der Diskussion, im Wettstreit der Meinungen vor laufender Kamera, haben sich in der Vergangenheit Politiker ein klares Profil gegeben und sind in das kollektive Fernsehgedächtnis eingebrannt. Unvergesslich: Gerhard Schröder in der Elefantenrunde nach der verlorenen Wahl 2005 mit seiner patzigen Frage: "Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gespräch einginge, indem sie (Frau Merkel) sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden?"

Die Augen müssen mitlachen

Das kennt wohl jeder: Sie führen eine Verhandlung oder ein Konfliktgespräch und kommen scheinbar zu einem für alle Seiten zufriedenstellenden Ergebnis. Später stellt sich dann heraus, dass der Verhandlungspartner doch nicht zufrieden war. Dies kann schwerwiegende Folgen haben. Denn ein Verhandlungsergebnis ist nur dann nachhaltig und langfristig zufriedenstellend, wenn keiner der Beteiligten das Gefühl hat, als Verlierer aus dem Gespräch zu gehen.

Rhetorikcheck: Navid Kermani

Die Sprache von Gesetzen kann recht trocken sein. Doch für den Gastredner und Orientalisten Navid Kermani sind die ersten Sätze des Grundgesetzes sprachlich nur vergleichbar mit der Luther-Bibel: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Die Rolle des Staates kehre sich erstmalig um in eine dienende, so Kermani in seiner Festrede zum 65. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes.

Binninger hat den Beat

Da sind ja viele Zuhörer, die werden sich freuen“, sagt Clemens Binninger selbstironisch, als er an einem Montagnachmittag an der Berliner East Side Gallery aus dem Auto steigt. Er sei etwas aus der Übung, warnt er mit Blick auf das Sechziger-Jahre-Schlagzeug, das für den Fototermin mit p&k am Spreeufer steht. Dreißig Minuten später wird er bedauern, dass der schönste Termin der Sitzungswoche schon vorbei sei.

Rhetorikcheck: Sigmar Gabriel

Norbert Lammert eröffnet die Sitzung mit Geburtstagswünschen. Die Stimmung unter den Bundestagsabgeordneten ist launig bis heiter. Noch. Der erste Redner ist Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel (SPD). Sein Ziel: den Gesetzentwurf zur Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) vorzustellen und zu verteidigen. Keine leichte Aufgabe! Denn nicht wenige im Land bewegt die Frage, wer für die grüne Energiewende bezahlen soll.

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