Angela Merkel

Kleckern oder klotzen?

Ihre Reden sind langweilig, ihre rhetorische Kraft bescheiden. Elegant ist sie ebenso wenig, alles andere als pompös, mit einer scheinbaren Distanz zum eigenen Körper; eine "Bewegungs-Idiotin" sei sie schon als Kind gewesen, sagte sie einmal. Kaum jemand behauptet, sie besäße Charisma. Und doch ist Angela Merkel, seit bald zehn Jahren deutsche Bundeskanzlerin, die mächtigste Frau der Welt.

Spagat zwischen Ratio und Empathie

An diesem Mittwoch heißt es für die Parlamentarier und insbesondere für die Abgeordneten der Unionsfraktion: Farbe bekennen. Der Bundestag stimmt über das dritte Hilfspaket für Griechenland in Höhe von 86 Milliarden Euro ab. Vor allem in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist die Stimmung aufgeheizt. Schon bei der Abstimmung im Juli gab es 60 Abweichler in den Reihen der Union.

Eiskönigin oder Mutter der Nation?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine bewegte Woche hinter sich. Sie traf Youtube-Star LeFloid zu einem Interview, absolvierte eine 17-stündige Marathonsitzung auf dem EU-Gipfeltreffen zum neuen Hilfspaket für Griechenland und erlangte mit dem Hashtag "Merkelstreichelt" ungewollt einen Höhepunkt der Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Von vielen Seiten wurde ihr mangelnde Empathie vorgeworfen, das Magazin "Stern" gab ihr sogar den Titel "Die Eiskönigin". Doch ist Angela Merkel wirklich so kühl, wie ihr unterstellt wird?

Die Konsens-Kanzlerin

Wenn der frühere Leiter des Hauptstadtbüros des "Spiegel" ein Buch über "Merkel, die Deutschen und das Ende der Politik" – so der Untertitel – schreibt, darf man gespannt sein. Und Dirk Kurbjuweit macht gleich zu Beginn seines Buches "Alternativlos" klar, dass es sich nicht in die Reihe langatmiger politischer Analysen und platter Erklärungen des Phänomens Merkel einreihen will.

Sehsüchtig

Schmucklos ist das Büro mit der Nummer 6.03. Keine 15 Quadratmeter groß, in der Ecke ein schlichtes Regal mit Ordnern, auf dem Schreibtisch nur ein Bildschirm mit Lichtschutzblende. An der Magnetwand gegenüber hängt ein Zettel. "Il faut se méfier des mots", steht dort geschrieben. Worten sollte man misstrauen. Regina Schmeken vertraut auf Bilder. Seit 1976 fotografiert sie in Schwarz-Weiß, seit 1986 für die "Süddeutsche Zeitung". Der Weg dorthin war nicht vorgezeichnet: "Angewandte Fotografie hat mich zunächst nicht interessiert."

Vorsicht, Mutti-Falle!

p&k: Frau Bauer-Jelinek, viele denken beim Wort "Macht" an Gier und Herrschsucht. Warum ist das Thema so negativ besetzt?

Christine Bauer-Jelinek: Macht hat vor allem in Deutschland und Österreich, den Verliererstaaten des Zweiten Weltkriegs, einen extrem negativen Beigeschmack, beinahe etwas Anrüchiges. Das Verständnis von Macht hängt sehr stark von der Nationalität ab – und vom Geschlecht.

Inwiefern?

Ein Pakt fürs Leben

Es war einmal, lang, lang ist’s her. Da spuckten fast alle arrivierten CDU-Herren das Wörtchen "Girls’ Camp" aus, als wäre ihnen aus Versehen ein Pferdeapfel zwischen die Zähne geraten. Und schüttelten empört den Kopf. Das kann doch niemals gutgehen. Drei Frauen, alles bestimmend, allein bestimmend, wo’s lang geht im Zentrum des Machtsystems der Republik.

Die Merkel aus der Provinz

[no-lexicon]Manchmal bedarf es nur weniger Sätze, um einen lauwarmen Wahlkampf ein wenig anzuheizen. "Ich muss nicht Ministerpräsidentin sein", sagte Christine Lieberknecht in das Sommerloch hinein. "Nach 25 Jahren soll man doch auch mal leben dürfen." Prompt spekulierte die örtliche Presse über Amtsmüdigkeit, derweil die Konkurrenz mutmaßte, dass die Regierungschefin aufgegeben habe.

Das Mienenspiel der Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Sonntag zu Gast im ARD-Sommerinterview. Wie ein Politiker in einem Interview oder in einer Rede auf uns wirkt, wird hauptsächlich dadurch entschieden, was er oder sie nonverbal transportiert  also was Mimik, Körpersprache und Stimme ausdrücken. Die Worte spielen selbstverständlich auch eine Rolle. Studien haben aber gezeigt, dass sie das Gefühl, das eine Person bei uns auslöst, nur geringfügig beeinflussen.

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