Angela Merkel

Von der Schwierigkeit, kommunikativ Vertrauen aufzubauen

Der 24. September 2017 wird in die Geschichtsbücher als ein Einschnitt in Bezug auf das deutsche Parteiensystem nach dem zweiten Weltkrieg eingehen. Nach einem zugegebenermaßen mauen Wahlkampf gab es lange Gesichter auf Seiten der Volksparteien, während kleinere Parteien triumphierten und sogar wieder oder neu in den Bundestag eingezogen sind. Weder der 2013 noch so erfolgreiche Wahlspruch "Sie kennen mich" von Amtsinhaberin Angela Merkel noch die kumpelhaft-freundliche Art ihres Herausforderers Martin Schulz wurden im erhofften Maße von den Wählern goutiert.

Merkel "is a very learned fan"

Herne, Anfang Februar. Im Mondpalast hatte Martin Schulz, damals noch designierter Kanzlerkandidat seiner Partei, seinen bundesweit allerersten Wahlkampftermin bei der SPD-Parteibasis. Mitten im Ruhrgebiet, wo die Menschen entweder schwarz-gelb (Borussia Dortmund) oder weiß-blau (Schalke 04) sind, traut sich Schulz nach einigen begeistert aufgenommenen Sätzen zu Gerechtigkeit und seinen Ambitionen auf das Bundeskanzleramt auch an eine Grundsatz-Frage: "Ich bin bekennender Anhänger des 1.

Merkels Navigator

Das Büro von Christoph Heusgen liegt im vierten Stock des Kanzleramts. Hier befinden sich die Räume, in die es beim virtuellen Rundgang auf der offiziellen Kanzleramt-Webseite keinen Einblick gibt. Heusgen leitet die "Abteilung 2" für Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik. Sein Büro ist schlicht eingerichtet: Ein Holzschreibtisch und eine schwarze Ledergarnitur für Gespräche mit Gästen. Ein paar persönliche Gegenstände verraten, was dem rheinischen Katholiken jenseits des Jobs wichtig ist: Heimat und Fußball, das Neusser Schützenfest und Bayern München.

Souverän im Sommerinterview? Merkel und Gabriel im Mimikresonanz-Check

Sowohl die Union als auch die SPD liegen mit ihren Zustimmungswerten in der Bevölkerung in einem historischen Umfragetief. Am Sonntag, 28. August, stellte sich CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel den Fragen im ARD-Sommerinterview, während SPD-Parteichef und Vizekanzler Sigmar Gabriel im ZDF vor die Kameras trat. Was braucht es aus motivationspsychologischer Sicht, damit Merkel auf der einen und Gabriel auf der anderen Seite die eigene Partei aus der Krise führen können? Um diese Frage zu beantworten, habe ich im Juni dieses Jahres eine Umfrage gemacht.

Psychogramm einer Kanzlerin

Ein Mittwoch im Mai 1995. Kabinettssitzung im Bonner Kanzleramt. Helmut Kohl ist sauer. Angela Merkel hat einen Plan mitgebracht. Sie will dem alljährlichen Sommersmog in jenen Jahren mit Fahrverboten begegnen. Die Pläne sind nicht abgestimmt. Kohl wird unwirsch, faltet Merkel zusammen. Andere Kabinettsmitglieder legen nach. Merkel kommen die Tränen, wird verstockt, will unbedingt Recht behalten, unbedingt das Richtige tun. Die Gefühle gehen mit Merkel durch. Kohl bremst sie aus. Es ist die erste heftige Niederlage von Kohls ­Mädchen.

Die Morgenlagen der Mächtigen

Ein Bericht über die "Morgenlagen" der Berliner Republik ist eigentlich ein absurdes Unterfangen. "Aus der Morgenlage berichte ich prinzipiell nicht", sagt der Regierungssprecher, "geht niemanden was an", wird ein Minister unwirsch, "die Morgenlage ist tabu", sagte Angela Merkel schon in ihren gesprächigeren Jahren zu ihrer Biografin Evelyn Roll.

Kleckern oder klotzen?

Ihre Reden sind langweilig, ihre rhetorische Kraft bescheiden. Elegant ist sie ebenso wenig, alles andere als pompös, mit einer scheinbaren Distanz zum eigenen Körper; eine "Bewegungs-Idiotin" sei sie schon als Kind gewesen, sagte sie einmal. Kaum jemand behauptet, sie besäße Charisma. Und doch ist Angela Merkel, seit bald zehn Jahren deutsche Bundeskanzlerin, die mächtigste Frau der Welt.

Spagat zwischen Ratio und Empathie

An diesem Mittwoch heißt es für die Parlamentarier und insbesondere für die Abgeordneten der Unionsfraktion: Farbe bekennen. Der Bundestag stimmt über das dritte Hilfspaket für Griechenland in Höhe von 86 Milliarden Euro ab. Vor allem in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist die Stimmung aufgeheizt. Schon bei der Abstimmung im Juli gab es 60 Abweichler in den Reihen der Union.

Eiskönigin oder Mutter der Nation?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine bewegte Woche hinter sich. Sie traf Youtube-Star LeFloid zu einem Interview, absolvierte eine 17-stündige Marathonsitzung auf dem EU-Gipfeltreffen zum neuen Hilfspaket für Griechenland und erlangte mit dem Hashtag "Merkelstreichelt" ungewollt einen Höhepunkt der Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Von vielen Seiten wurde ihr mangelnde Empathie vorgeworfen, das Magazin "Stern" gab ihr sogar den Titel "Die Eiskönigin". Doch ist Angela Merkel wirklich so kühl, wie ihr unterstellt wird?

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