AfD

Im Tunnelblick der AfD

Auslöser der Untersuchung war eine Aussage des stellvertretenden AfD-Landesvorsitzenden Maximilian Krah. Dieser hatte behauptet, in Chemnitz seien 60 Frauen vergewaltigt worden, davon 56 durch Migranten. Die Zahlen stellten sich als frei erfunden heraus.

Forscher haben daraufhin 242 Pressemitteilungen der AfD aus dem Jahr 2018 ausgewertet, die sich mit Straftaten befassen. Dabei untersuchten sie die beschriebenen Kriminalitätsphänomene, die Täter- und Opferbilder und auf welche Weise Kriminalität und Zuwanderung verknüpft wurden.

Neues aus der Echokammer

Das Video zeigt einen Mann, das Gesicht verpixelt, von zwei Polizisten wird er aus einem Reihenhaus geführt. "In Deutschland fahndet die Polizei derzeit nach 126.000 Ausländern, die das Land verlassen müssen", sagt ein männlicher Sprecher in professionellem Nachrichtenton. Die AfD-Fraktion im Bundestag sehe hier ein "Staatsversagen auf ganzer Linie". Derselbe Text wird zeitgleich auf blauen Balken am unteren Rand des Bildschirms eingeblendet. Am Ende des gut einminütigen Clips kommt der Werbeblock: "Werden Sie Fan unserer Seite! 'Gefällt mir' klicken!

Populisten im Informationskrieg

Anfang des Jahres kündigte Alice Weidel an, dass die Bundestagsfraktion der AfD ihre PR-Arbeit bald mit 20 Mitarbeitern im 24-Stunden-Schichtbetrieb organisieren wolle. Personell entspräche das dem Doppelten dessen, was die Presse­stelle der SPD- oder der Unionsbundestagsfraktion derzeit aufbietet. Bei der Skizzierung ihrer Pläne verwendete Weidel bewusst Begriffe, die dem Journalismus entlehnt sind, wie "Newsroom" und "TV-­Studio".

"Politikverächter sind die Krisengewinner"

Die Situation im bayerischen Wahlkampf hat sich zugespitzt: Die CSU verliert in den Umfragen weiter an Zustimmung, die SPD kann davon überhaupt nicht profitieren, während die AfD immer stärker wird. Was nun, CSU? Karl-Rudolf Korte, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und Direktor der NRW School of Governance, im Gespräch über den neuen Extremismus der Mitte.

"Die AfD ist heute eine NPD im Wolfspelz"

Herr Henkel, mögen Sie Frankenstein?

Ob ich Frankenstein mag? Ich glaube, Sie unterliegen in der Frage einem Irrtum. Sie meinen Frankensteins Monster, und das mag ich natürlich nicht. Aber gegen Herrn Frankenstein, also denjenigen, der das Monster kreiert hat, habe ich gar nichts.

Sie ahnen, weshalb ich Sie das frage?

Nein, weiß ich nicht.

Sie haben bezugnehmend auf die AfD einmal gesagt, dass Sie geholfen hätten, ein Monster zu schaffen.

Das Machtsystem Gauland

Alexander Gauland hat seine Rede beendet, die Parteimitglieder jubeln, pfeifen und rufen seinen Namen. Auf dem Podium kommt Parteichefin Frauke Petry als Erste auf ihn zu. Sie will ihm gratulieren, höflichkeitshalber. Doch Gauland beugt sich herunter und küsst ihr formvollendet die Hand. Eine vergiftete Geste. Es ist der Parteitag in Köln, April 2017, die AfD hat soeben Alexander Gauland und die Ökonomin Alice Weidel zu ihren Spitzenkandidaten gekürt. Petry ist mit ihren Plänen gescheitert, der Handkuss ist die finale Demütigung.

Was Politiker von Boxern lernen können

Andrea Nahles will der CDU auf die Fresse geben. Alexander Gauland will die Kanzlerin jagen. Der Wahlkampf und die ersten Stunden und Tage danach haben gezeigt: Irgendetwas läuft nicht rund im System der Bundesrepublik und es hat viel mit Kommunikation zu tun. Große Teile der Bevölkerung misstrauen den Parteien, die Parteien misstrauen den Medien. Es herrscht Verunsicherung im Land, ganz unten genauso wie ganz oben. Das ist alles ziemlich kompliziert.

AfD-TV? Nein danke!

Wer das "Manifest 2017" der AfD studiert, dem kann um die Zukunft politischer Kommunikation angst und bange werden. Auf 33 Seiten hat die Partei ihre Strategie für das Wahljahr niedergeschrieben. Das im Dezember vom Bundesvorstand beschlossene und als vertraulich gekennzeichnete Papier offenbart die Denke jener Partei, die sich mit dem Claim "Mut zur Wahrheit" als Verfechterin derselben geriert. Das Papier zeigt einmal mehr: Die Partei hat ein gestörtes Verhältnis zu allem, was sie mit den Präfixen "Alt-" oder "Mainstream-" versieht.

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