Abgeordnete

Einflussreiche Deutsche in Brüssel

Für die Europäische Union ist 2019 ein besonderes Jahr. Gleich drei wichtige Ämter werden im Herbst neu besetzt. Für Donald Tusk, den streitlustigen Ratspräsidenten, wird ebenso ein Nachfolger gesucht wie für Mario Draghi, den umstrittenen Chef der Europäischen Zentralbank. Gegen Ende des Jahres wird zudem Jean-Claude Juncker abgelöst, der amtsmüde Präsident der Europäischen Kommission. 

"Abgeordnete sollten nicht poltern"

Frau Zypries, weshalb haben Sie die Entscheidung zum Abtritt aus dem Bundestag getroffen?

Ich habe die Entscheidung bereits nach der vergangenen Wahl getroffen. Immer, wenn ich darüber nachdachte, hat es sich richtig angefühlt – und das tut es auch jetzt. Ich war zwölf Jahre im Parlament. Das ist eine relativ lange Zeit. Es ist dann auch für den Wahlkreis gut, wenn jemand Neues kommt, mit neuen Ideen, neuem Engagement. Bei mir schlich sich nach zwölf Jahren Routine ein.

Nie wieder Endlosdebatten ohne Ergebnis

Herr Bosbach, Sie geben persönliche und politische Gründe dafür an, dass Sie im September nicht wieder für den Bundestag kandidiert haben. Welche haben überwogen?

Ohne die politischen Gründe vernachlässigen zu wollen, sind es sicherlich in erster Linie private, sehr persönliche Gründe, die mich dazu bewogen haben, nicht erneut für den Deutschen Bundestag zu kandidieren.

Wann haben Sie denn entschieden, nicht erneut zu kandidieren und was gab den Ausschlag?

"In Berlin stellen viele Menschen Macht über Inhalt"

Herr van Aken, Sie haben mal gesagt: "Acht Jahre in dem Zirkus sind genug".

Zirkus kann man sicher auch sagen, trifft es aber vielleicht nicht so richtig. Mein Vorgänger aus Hamburg, Norman Paech, hat es immer "Raumschiff Berlin" genannt. Da ist auch etwas dran. Ich finde, dass für mich persönlich acht Jahre genug sind. Länger möchte ich es nicht machen. Das hat politische aber auch private Gründe.

Was wäre denn ein privater Grund?

Sie sind dann mal weg

Bei jeder Bundestagswahl wird mehr als ein Drittel der Abgeordneten ausgetauscht, sie ist insofern Symbol für Abschied und Neuanfang. Während einige Parlamentarier bis zum Wahl­abend warten mussten, ob sie auch dem 19. Deutschen Bundestag angehören werden, haben mehr als 80 Abgeordnete im Vorhinein auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Dabei ist auffällig, dass in diesem Jahr viele Politiker aus der ehemals ersten Reihe den Bundestag verließen, die über Jahre die politische Debatte in ihrem Aufgabengebiet geprägt haben.

Seiten

RSS - Abgeordnete abonnieren