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Public Affairs

Wie wird sich die Public-Affairs-Branche in den nächsten 20 Jahren entwickeln?

Public Affairs als Kreativabteilung, Anwaltskanzlei oder Kernaufgabe strategischer Unternehmensführung: Martin Bury, Nicola Brüning, Jürgen Hogrefe, Bernd Buschhausen, Eva Wüllner und Frank Wernecke verraten ihre Zukunftsprognosen.

Rudolf Hetzel

Martin Bury, Managing Partner Hering Schuppener Consulting

Foto: Grand Visions

"Public Affairs wird immer mehr zur Kernaufgabe strategischer Unternehmensführung. Der fundamentale Wandel von Geschäftsmodellen in Folge politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen sowie der Digitalisierung fordert nicht nur etablierte Unternehmen. Public Affairs 4.0 hilft, Disruption zu gestalten: Akzeptanz zu gewinnen und Chancen zu ergreifen, aber auch Ansätze regulatorisch abzusichern."


Nicola Brüning, Leiterin der Konzernrepräsentanz von BMW

Foto: BMW Group

"Die Branche muss noch einmal deutlich schneller, spezialisierter und internationaler werden. Trotz dieser rasanten Entwicklungen werden aber der persönliche Kontakt und das Netzwerk immer noch am wichtigsten bleiben, weil nur darüber Vertrauen geschaffen werden kann."

 

Jürgen Hogrefe, Geschäftsführer hogrefe Consult

Foto: Darius Ramazani

"Die Integration von privatem und öffentlichem Sektor wird voranschreiten. Public Affairs von Unternehmen und Institutionen werden zu einem zentralen Bestandteil der Politikgestaltung. Unternehmen lernen, die politische Komponente der Unternehmensführung besser zu verstehen. Ein solider Rechtsrahmen sorgt für klare Zieldefinitionen, eindeutige Rollenzuweisungen und für Transparenz. Im Ergebnis generiert der Dialog Ergebnisse zum Vorteil aller daran Beteiligten."

 

Bernd Buschhausen, Leiter Public Affairs, Deputy Managing Director Edelman Deutschland

Foto: Steffen Höft

"Effektive PA bedarf immer mehr kreativer Ansätze, zumal die Politik in dem Medienumfeld von heute immer sensibler und häufiger auf Scheinmehrheiten reagiert. Traditionelle PA reicht da bei Weitem nicht mehr aus. Unternehmen oder Organisationen müssen für ihr Anliegen nicht nur offen werben, sondern auch begeistern können – im Austausch mit vielen, mit überzeugenden Inhalten und kreativen Ansätzen, online und offline."

 

Eva Wüllner, Leiterin der Unternehmensrepräsentanz der ING-Diba

Foto: Laurence Chaperon

"Auch 2035 braucht Politik Praxisfeedback für fundierte Entscheidungen, dreht sich die Themenwelt doch immer schneller. Aber: Rollenverständnis und Stil der Interessenvertreter müssen sich weiterentwickeln. Raus aus der 'Buddy-Kungelei' – rein in die Rolle als Anwalt der Kunden und Servicestelle gegenüber der Politik. Wer seine Aufgabe so versteht und lebt, für den ist auch Transparenz kein Problem."

 

Frank Wernecke, Managing Partner jk campaign

Foto: Harf Zimmermann

"Die kommunikative Steuerung der Beziehungen zu den Stakeholdern eines Unternehmens wird weiter an Bedeutung gewinnen. Die Mehrung des Beziehungskapitals wird für Vorstände zur Voraussetzung für Sicherung und Ausbau der eigenen Handlungsspielräume. Beratungen aus den Bereichen Public Affairs und Kommunikation werden sich daher weiter in Richtung von Management-Beratungen entwickeln."