Foto: Frankfurter Buchmesse
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Politikaward

Wie sich die Frankfurter Buchmesse für die Menschenrechte stark macht

Sieben Projekte wurden mit dem Politikaward 2018 ausgezeichnet. In unserer Serie stellen die Preisträger der verschiedenen Kategorien ihre Kampagnen vor. Teil sieben: die Frankfurter Buchmesse mit "On The Same Page", Gewinner der Kategorie "Kampagne von Unternehmen und Verbänden".

aus der Redaktion

Gemeinsam mit Arte, ZDF und dem "Spiegel" haben der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Frankfurter Buchmesse, unterstützt von Amnesty International und der UN, die Kampagne "On The Same Page" initiiert. Mit ihrem Statement für die Menschenrechte setzte die Kampagne ein Thema, das nicht nur auf der Frankfurter Buchmesse, sondern auch in den Medien und im Social Web Beachtung fand.

Worin bestanden die größten kommunikativen Herausforderungen bei der Konzeption und Umsetzung der Kampagne?

Zum einen ist es so, dass die Buchbranche eine extrem anspruchsvolle Branche ist – und noch dazu sehr meinungsstark. Eine Kampagne zu entwickeln, die in einer solchen diskussionsfreudigen Branche auf Akzeptanz und Zustimmung stößt, ist sowieso kein einfaches Unterfangen. Des Weiteren kam es im Vorjahr zu Tumulten und Auseinandersetzungen auf der Frankfurter Buchmesse, weil Rechte diesen Ort der kosmopolitischen Vielfalt instrumentalisieren wollten. Dies im Folgejahr zu verunmöglichen, das war die größte Herausforderung.

Was ist an der Kampagne innovativ?

Die strategische Leitidee, das Jubiläum der Unterzeichnung der Menschenrechte als Anlass für ein Bekenntnis der Community zu setzen, ist innovativ. Die Kampagne feiert die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die – genauso wie die Frankfurter Buchmesse – 70 Jahre alt wird, mit dem Leitmotiv "I’m on the Same Page" und allen 31 Artikeln der Menschenrechte. Das Motto hebt zwei Dimensionen hervor: Ich stehe auf derselben Seite wie die Menschenrechte. Und: Ich stehe für die Menschenrechte ein. Das war sofort einfach zu verstehen, zu liken und zu teilen.

Welche Ressourcen hatten Sie zur Verfügung?

Gemessen an den Ergebnissen, war das Budget gering. Es ist eine herausragende Leistung unseres Kunden, dass es gelungen ist, eine solch beeindruckende Partnerstruktur aufgebaut zu haben. Dass wir die Plattformen unserer Kampagnenpartner nutzen konnten und sie selbst Kommunikation realisiert haben, war enorm wichtig.

Welche Erfolge konnten Sie verbuchen und an welchen Kriterien haben Sie diese gemessen?

In der nationalen und internationalen Berichterstattung über die letzte Buchmesse war #OnTheSamePage immer Thema. Der Aufforderung, auf derselben Seite zu stehen, kamen nicht nur Prominente, Autoren, Verlage und Messebesucher, sondern auch die Community im Netz nach. So wurde #OnTheSamePage zum weltweiten Bekenntnis für Menschenrechte. Das ist schon ein sehr besonderer Erfolg.

 

Imran Ayata (c) Ballhaus West
Imran Ayata

ist geschäftsführender Gesellschafter bei Ballhaus West und für Beratung und Strategie verantwortlich. Ayatas Schwerpunkte liegen auf strategischer Kommunikationsberatung und Campaigning. Zu seinen Kunden gehören zahlreiche Bundesministerien, Verbände, NGOs und Unternehmen. (Foto: Ballhaus West)