Dicht gedrängt, keine Masken. So sorglos "demonstrierten" in Berlin junge Menschen am 31. Mai für Berliner Clubs – direkt vor dem Urbankrankenhaus. (c) picture alliance/Eventpress
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Dicht gedrängt, keine Masken. So sorglos "demonstrierten" in Berlin junge Menschen am 31. Mai für Berliner Clubs – direkt vor dem Urbankrankenhaus. (c) picture alliance/Eventpress
Praxis

Was passieren muss, damit Uniklinika die "zweite Welle" stoppen

Bislang haben die deutschen Universitätskliniken das Land gut durch die Pandemie getragen. Aber die Achtsamkeit der Bevölkerung lässt nach. Damit die "zweite Welle" so glimpflich ausgeht wie die erste, muss sich einiges ändern. In der politischen Kommunikation – und finanziell

von Marya Verdel und Burkhard Göke

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. An diese Redewendung denkt, wer die Bilder der vergangenen Wochen sieht. Auf dem Berliner Landwehrkanal feierten rund 3.000 Menschen auf Gummibooten in Sichtweite zu einem Krankenhaus, wo Ärzte die Corona-Pandemie bekämpfen. Später kamen in vielen Großstädten Zehntausende zu Demonstrationen zusammen. Zwar trugen hier viele Maske, Mindestabstände konnten aber nicht eingehalten werden. Zu den sogenannten "Hygiene"-Demos erübrigt sich jedes weitere Wort. Neben dem offensichtlichen Infektionsrisiko bergen diese Massenveranstaltungen eine psychologische Gefahr: Sie vermittelt den Menschen, die Pandemie sei überstanden. Ohne Impfstoff ist und bleibt das falsch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt zu Recht, es komme auf jeden Einzelnen an. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen mitgenommen werden. Das kann nur ernsthafte, transparente und ehrliche Kommunikation bedeuten. Diese findet vornehmlich durch Politiker und Journalisten statt. Aber auch hier herrschen zahlreiche Missverständnisse bezüglich der Arbeit in der Wissenschaft, den Krankenhäusern und selbst über die Corona-Maßnahmen vor, die dringend korrigiert werden müssen. Inkonsistente Verordnungen und falsche Medienberichte stiften eine Verwirrung in der Bevölkerung, die sich letztlich in einer sinkenden Einhaltung der Corona-Regeln niederschlägt. Das hat fatale Konsequenzen.

Ganz richtig sagte der Heidelberger Sozialpsychologe Florian Kutzner in der "SZ", politische Entscheidungsprozesse müssten offengelegt werden. Bei einer Pressekonferenz konnte (oder wollte) Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nicht erklären, warum wir im März die Grenzen geschlossen hatten. Waren wir nur dem Beispiel anderer Länder gefolgt oder gab es wissenschaftliche Gründe dafür? Auch die Frage, was wir über Dunkelziffern von Erkrankten wissen, gehört aus dem Arkanbereich geschlossener Gremien in die Öffentlichkeit. Menschen werden misstrauisch, wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) behauptet, nach einem Holperstart klappe alles nun wunderbar. Statt unglaubhafter Triumphmeldungen brauchen wir in der Politik eine ehrliche öffentliche Fehlerkultur. Selbstdarstellung mag sich kurzfristig in Umfragewerten auszahlen, höhlt langfristig aber das Vertrauen der Bürger in die Politik, weil Rückschläge nicht verziehen werden.

Verantwortung der Medien

Der Wissenschaftsjournalismus erblüht. Gleichzeitig erschüttert eine unseriöse mediale Berichterstattung das Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem. Als Beispiel für eine Torpedierung wissenschaftlicher Arbeit kann die Berichterstattung der "BILD"-Zeitung über eine Studie von Christian Drosten, dem Chefvirologen der Charité, gelten. Ein Reporter trug Kritik von Statistikexperten an der Studie mit der Bitte um Stellungnahme an Drosten heran. Problematisch war hier nicht die unhöflich kurze Antwortfrist von nur einer Stunde. Das eigentliche Problem war die Stilisierung konstruktiver Kritik anderer Wissenschaftler zu Vorwürfen. Deutliche Kritik ist im Veröffentlichungsprozess wissenschaftlicher Arbeiten üblich, gewollt und notwendig. Durch die Skandalisierung der Kritik hat "BILD" das Vertrauen ihrer Leser in wissenschaftliches Arbeiten untergraben, obwohl nur intensive, ergebnisoffene Forschung die Pandemie beenden wird.

"Was wusste der Star-Virologe?" Mit dieser polemischen Unterzeile attackierte die "Bild"-Zeitung Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité. (c) dpa/Michael Kappler​

Ebenso fehl am Platz ist die Skandalisierung der Testpraxis in Krankenhäusern und Arztpraxen durch diverse Medien. Wenn Patienten in der Berichterstattung beklagten, sie würden trotz Symptomen nicht getestet, wurde das als "Schlampigkeit" ("Spiegel") gegeißelt. Dass die Richtlinien des Robert Koch-Instituts (RKI) explizit vorschreiben, dass nur Personen zu testen sind, die nachweislich Kontakt mit COVID-19-Fällen hatten oder aus Risikogebieten kamen, wurde verschwiegen, um das Empörungslevel zu halten. Bizarr: In seiner Ausgabe vom 7. Juni berichtete der "Spiegel" über die enormen gesundheitlichen Risiken für Patienten, die aus Angst nicht mehr ins Krankenhaus kommen. Woran mag das wohl liegen?

Insbesondere bei der Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Atemschutzmasken wurden Fehler gemacht. Zuerst galten sie wegen fehlender wissenschaftlicher Nachweise als überflüssig, kurze Zeit später wurden sie Pflicht in Bussen und Bahnen. War die wissenschaftliche Leerstelle nur ein Vorwand wegen fehlender Masken? Hier hätte ehrlich kommuniziert werden müssen: über die erwiesene Materialknappheit, aber auch über die schon anfangs vorhandenen Indizien, dass Masken zum Fremdschutz taugen. Der spürbare Vertrauensverlust leistete Verschwörungstheorien Vorschub. Auch wissen offenbar noch immer viele Menschen nicht, wie man eine Gesichtsmaske effektiv an- und ablegt. Fotos wie jenes, auf dem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) seine Maske unter der Nase trug, zeigen einen klaren Mangel an Verständnis zu dieser Maßnahme.

Auch bei Pflegekräften und Ärzten wurde Porzellan zerschlagen. Überlastete Gesundheitsämter mit Personalmangel kamen mit der anfänglichen Flut von Einzelmeldungen nicht zurecht und waren dazu zeitweilig nur per Fax erreichbar. Das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) appellierte an Medizinstudenten, in Gesundheitsämtern auszuhelfen. Haarspalterische Diskussionen um die Frage, wer wem wann Neuinfektionen zu melden hat, führten Ende April zu Präzisierungen der Meldepraxis durch das RKI und wilden Vorwürfen von Journalisten, es hätten "Vertuschungen" ("Mopo", "Bild") von Infektionsausbrüchen an Häusern stattgefunden, die alle Hände voll zu tun hatten, die Pandemie zu beherrschen. Das Medizinpersonal fühlte sich missverstanden und ungerecht behandelt. So gab es neben warmen Worten statt finanzieller Anerkennung für den Einsatz in der Corona-Krise jetzt noch Nackenschläge.

Sinn und Unsinn von Corona-Tests

Die Bevölkerung muss über Sinn und Unsinn, Möglichkeiten und Grenzen von Corona-Tests informiert werden. Vorstellungen über den Erregernachweis mittels PCR-Tests, Serodiagnostik bei der Suche nach Antikörpern und die genetische Aufarbeitung der Viren zur Darstellung von Infektionsketten gehen derzeit völlig durcheinander.

Die aktuelle Devise lautet: testen, testen, testen. So weit, so richtig. Aber die Qualität eines Abstrichs ist von entscheidender Bedeutung. Es reicht nicht, massenhaft Tests zu besorgen. Die Brisanz des Videos, in dem ein Fußballprofi von Hertha BSC ungewollt die lasche Einhaltung der Corona-Regeln bei seinem Club öffentlich machte, lag nicht allein darin, wie der Spieler in einen Corona-Test platzte, sondern dass der Betreuer bei der Probenentnahme oberflächlich in der Backe einer Testperson herumwischte. Auch Fachleute müssen unterrichtet werden, dass nur die tiefe Rachenentnahme zuverlässige Proben erbringt. Die Selbstentnahme von Proben bei unerfahrenen Laien ist höchst zweifelhaft.

Auch wenn jede Neuaufnahme in einem Krankenhaus getestet wird, lässt sich nicht ausschließen, dass Corona-Infizierte unerkannt auf eine Station aufgenommen werden. Das ist kein Skandal, sondern eine Tatsache. Denn Tests sind nur eine Momentaufnahme und nie abschließend. Ein Erregernachweis wirft ein Fangnetz aus, das auch leer wieder eingeholt werden kann, obwohl sich Fische im Wasser befinden. Das ist ein gängiges Erläuterungsbild aus der Virologie. Wissenschaftliche Arbeiten schätzen, dass jeder fünfte Test falsch negativ ausfällt. Vor allem im Anfangsstadium ist der Virusnachweis schwierig. Deshalb sind an Krankenhäusern zumindest unter stationären Patienten Mehrfachtestungen nötig. Wir müssen mit weiteren Ausbrüchen in Altenheimen und Krankenhäusern rechnen.

Wir können nicht alle jederzeit testen. Dem ist hinzuzufügen, dass auch die Kostenfrage ungeklärt ist. Ein zuverlässiger Virentest kostet seit dem 15. Juni 63 Euro. Dafür brauchte es einen Entscheid der Bundesschiedsstelle. Vorher erstatteten gesetzliche Krankenkassen nur 52,50 Euro. Zwischen den Leistungserbringern und den Kassen wurde um jeden Cent gefeilscht. Zum 31. Juli können die Kassen diese Vereinbarung wieder kündigen, um zum 1. August wieder den Preis zu drücken. So viel zur Bereitschaft, die Kämpfer gegen die Pandemie zu unterstützen. Wenn jede Krankenstation ihre Patienten mehrfach die Woche testet, kommen schnell Summen zusammen, die ein Krankenhaus überlasten. Neben den eingangs erwähnten Testrichtlinien des RKI müssen diese Fakten auf den Tisch, um der Frustration über begrenzte Testkapazitäten mit Erklärungen zu begegnen.

Rüsten für die zweite Welle

Nach dem milden Verlauf der ersten Pandemiewelle herrscht in Deutschland Erleichterung. Führende Hamburger Ärztefunktionäre, Pedram Emami und Dirk Heinrich, konstatierten im Mai: "Unser System ist nicht so schlecht, wie es viele in der Vergangenheit geredet haben". Es zeige sich im internationalen Vergleich, dass die finanziell noch stärker ausgebluteten Systeme der Katastrophe "nichts entgegenzusetzen haben". Allerdings ist auch in Deutschland kaputtgespart worden. Wir sollten nicht darauf wetten, dass die deutschen Klinika eine zweite Welle überstehen, wenn nichts passiert.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU, l.) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Pressekonferenz nach dem Koalitionsausschuss Anfang Juni. (c) John MacDougall/Pool via AP

Denn noch immer ist Deutschland nicht dort, wo es angesichts der alten Pandemiepläne hätte sein sollen. Vom Nationalen Pandemieplan 2005 nahmen Politik und Medizinbetrieb ebenso wenig Notiz wie von der Novelle des Planes 2017. Trotzdem ist es Politik und Krankenhäusern in Deutschland gelungen, die erste Pandemiewelle mit entschlossenen Maßnahmen zu brechen. An der hohen Dichte auch kleiner Krankenhäuser lag der deutsche Erfolg indes nicht, auch wenn das oft behauptet wird. Die Bertelsmann-Studie aus dem vergangenen Jahr, die eine Schließung kleinerer Häuser zugunsten von spezialisierten Zentren forderte, bleibt richtig.

Vielmehr standen die großen Universitätsklinika bei der Versorgung von Infizierten, der Erforschung des Virus und der Beratung der Politik an vorderster Front. Jetzt droht ihnen das Geld auszugehen, vor allem auch, weil sie massiv für die Bekämpfung der Pandemie und zur Einhaltung der Verordnungen und Vorgaben der Politik in Vorleistung gegangen sind. 

Die akademischen Klinika haben keinen Speck an den Rippen. Die Ursachen sind bekannt: unzureichende Steigerungen der Zuwendungen für Forschung und Lehre, ein pauschales Fallkostensystem zu Lasten der Universitätsmedizin, Leistungsreduktion durch Personalmangel, Tarifkosten- und Sachkostensteigerungen ohne Ausgleiche, Investitionsstau bei Baumodernisierung und Digitalisierung, Belastungen bei der Ausbildung von Fachärzten und spezialisierter Pflege und anderes mehr.

Die Corona-Pandemie wird die Krise der Krankenhäuser drastisch verschärfen. Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands hat kurzfristig Zahlen, Daten und Fakten von zumindest zwölf Klinika zusammengetragen. Das Bild ist erschreckend: Mehrbelastungen zwischen 30 bis 100 Millionen Euro werden erwartet, kein Klinikum kann ein ausgeglichenes Ergebnis für 2020 darstellen. 

Erlöse sinken, Ausgaben steigen

Beispiel UKE: Ohne Ausgleiche werden bis zu 70 Millionen Euro Fehlbetrag für das Jahr 2020 prognostiziert. Allein ein Mehraufwand bei der Materialbeschaffung in Höhe von 20 Millionen Euro und Personalmehrkosten von 3,5 Millionen Euro werden prognostiziert. Bis Ende Mai galt die Vorgabe, 25 Prozent der Intensiv- und 10 Prozent der Normalbetten für COVID-19-Patienten frei- bzw. vorzuhalten. Verbunden mit der durch die Behörden angeordneten Schließung der Ambulanzen macht das 30 Millionen Euro aus. Auch die finanzielle Lage der Tochtergesellschaften (Gastronomie, Logistik etc.) ist aufgrund der deutlich reduzierten Patientenzahlen stark rückläufig.

Am 7. Juni auf dem Münchner Königsplatz demonstrierten geschätzte 25.000 Menschen gegen Rassismus. Trotz vieler Masken konnten die gebotenen Abstände kaum eingehalten werden.​ (c) Peter Kneffel/dpa

Bilanzen sind keine virtuellen Zahlen. Die finanzielle Schieflage könnte greifbare Konsequenzen für die Handlungsfähigkeit deutscher Klinika bei der Pandemiebekämpfung haben. Bei der Bereitstellung und Ausweitung der Kapazitäten für Intensivmedizin sind die Uniklinika mit Eigenmitteln an die Grenzen gegangen. Schutzkleidung und -masken mussten an einem überteuerten Markt beschafft werden. Ähnliche Anstrengungen waren zur Sicherstellung von Medikamenten und Desinfektionsmitteln nötig. Es wurde breit Testung auf das Virus angeboten, ohne Rücksicht auf Absicherung einer angemessenen Kostenerstattung. Personal wurde unkonventionell von anderen Dienstleistern unter erheblichen Kosten "angemietet". Die Wucht der Belastung von verschobenen Operationen und dringlichen, nicht mehr elektiven Versorgungsmaßnahmen trifft die Klinika jetzt voll.

Der Bund muss nachlegen

Der Koalitionsausschuss beschloss Anfang Juni ein "Zukunftsprogramm Krankenhäuser", ein Corona-Konjunkturpaket, das den bestehenden Strukturfonds um 3 Milliarden Euro erhöhte. Das Ziel: Moderne Notfallkapazitäten, die Stärkung regionaler Versorgung, eine bessere digitale Infrastruktur sowie Investitionen in IT- und Cybersicherheit. Es besteht die Gefahr, dass die Uniklinika nichts davon haben. Das Geld fließt eher den nicht akademischen Plankrankenhäusern zu, die zum Teil durch private Konzerne organisiert werden.

Die früher zugestandene Kompensationszahlung von 560 Euro pro nicht belegtem Bett und Tag reicht insbesondere für Uniklinika in keiner Weise. Aus der Mischkalkulation aus Intensiv- und Normalbett müsste sich mindestens ein Betrag von 800 Euro ergeben, um die stationären Erlösausfälle aufzufangen. Der COVID-19-Mehrkostenzuschlag von 50 Euro war bis zum 30.6. befristet und wurde bis zum 30.9. verlängert und auf 100 Euro verdoppelt. Warum nicht wirksam mit Beginn der Pandemie? Auch der Ausgleich für frei gehaltene Betten wurde angehoben – aber eben nicht rückwirkend, sondern erst ab 1. Juli. Auf den bisherigen Kosten der Pandemie bleiben die Uniklinika somit sitzen. Und die ambulanten und wahlärztlichen Ausfälle sind weiter ausgeklammert.

Ungelöst bleibt die Finanzierungssituation für die Mitarbeitertestungen, die insbesondere zur Vermeidung von Infektionsketten im Krankenhaus eine wichtige Rolle spielt. Eine Aufforderung des Bundesrats, die Bundesregierung möge eine Verbesserung der Kompensation insbesondere für große Krankenhäuser prüfen, hat keine rechtliche Bindungswirkung. Nur Baden-Württemberg hat reagiert: Die Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm erhalten vom Land eine Finanzspritze, insgesamt bis zu 600 Millionen Euro.

Was lernen wir aus der Krise?

Das deutsche Gesundheitswesen ist geprägt von der dualen Finanzierung. Bei Krankenhäusern tragen die Länder die Verantwortung für Investitionen, die Krankenkassen zahlen den laufenden Betrieb. Die Investitionskraft hängt stark von der Haushaltslage und der regierungspolitischen Schwerpunktsetzung bei der Haushaltsmittelvergabe ab. Diese Abhängigkeit kann für die nahe Zukunft den ohnehin gegebenen Investitionsstau in deutschen Krankenhäusern verschärfen.

Gerade in der jetzigen Phase der Pandemie ist erkennbar, wie wichtig verlässliche Gesundheitsstrukturen im Rahmen der Daseinsvorsorge sind. Jahrelang ist kaum in Gesundheit investiert worden. Das zeigt sich durch baufällige Bestandsgebäude, die durch gestiegenes Patientenaufkommen längst ihre Kapazitätsgrenzen und Hygienetauglichkeit erreicht oder überschritten haben. 

Ganz besonders drückt der Schuh aber im IT-Bereich. Ob elektronische Patientenakte, automatisierte Prozesse, modernere Arbeitsplätze oder Homeoffice: Das Krisenmanagement für die Zukunft auf einer komplett vernetzten, datenbezogenen Infrastruktur aufzubauen, ist eines der Erfordernisse, die jetzt sichtbar werden. Massive Investitionen der Bundesländer bergen die Chance, gleichzeitig die Innovationsführerschaft in den Kliniken und ein Wiederbeleben der regionalen und überregionalen Wirtschaftskraft herzustellen.

Marya Verdel

ist Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). (Foto: UKE/Axel Kirchhof)

Burkhard Göke

 ist Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des UKE. (Foto: UKE/Axel Kirchhof)