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International

#USA2016: Was bisher geschah

In regelmäßigen Abständen fasst p&k-Autor Yussi Pick an dieser Stelle die Geschehnisse im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen zusammen. Ein Jahr vor dem Wahltag ist nun auch sein Blog "USA2016" an den Start gegangen.

von Yussi Pick

Jeb Bushs Kampagne ist zumindest noch nicht ganz tot. Die vergangenen Wochen waren recht turbulent für ihn: Seine Kampagne musste aufgrund der schwachen Umfragedaten in New Hampshire und Iowa die Strategie umstellen – weg von einer breiten "50 State Strategy" hin zu einer, die auf diese ersten beiden Vorwahlstaaten fokussiert. Schlechte Performances bei den Debatten, eine unglückliche Attacke auf seinen ehemaligen politischen Ziehsohn Marco Rubio und ein geleaktes internes Strategiepapier später war die Kampagne bis zur Debatte Dienstag Nacht in einem kontinuierlichen Abwärtstrend.

Doch Marco Rubio ist klar der Sieger der Herzen dieser Auseinandersetzung. Langsam und kontinuierlich etabliert sich der Senator aus Florida als der "candidate to beat". Selbst Angriffe aufgrund der privaten Verwendung von Parteikreditkarten während seiner Amtszeit im Bundesstaat Florida konnten ihm nichts anhaben. Er platziert sich geschickt als Kandidat der Mitte – der Mitte zwischen radikalem Rand und Establishment: konservativ genug, um von Tea Party und dem rechten Rand der Partei gemocht zu werden, Establishment genug, um Bushwähler anzuziehen. 

Das demokratische Feld ist in der Zwischenzeit wesentlich kleiner geworden. Die drei Kandidaten mit den geringsten Erfolgsaussichten haben die Bühne geräumt. Von Jim Webb wird bleiben, dass er sich bei der ersten TV-Debatte der Demokraten jedes Mal, wenn er das Wort hatte, darüber beschwerte, dass er nie das Wort bekäme. Mit Lincoln Chaffee stirbt die Hoffnung auf die Einführung des metrischen Systems in den USA – eine seiner Hauptforderungen. Und der Harvardprofessor Larry Lessig, dessen Kampagne ausschließlich das Thema Parteienfinanzierung diskutieren wollte, warf das Handtuch, nachdem er auch zur zweiten TV-Debatte von den Demokraten nicht einmal eingeladen wurde. 

Bleiben also neben Hillary Clinton und Bernie Sanders auch Martin O’Malley, dessen Hoffnung, einen Achtungserfolg gegen Clinton einzufahren am inszenierten Duell Clinton-Sanders gestorben ist. Wie es um das Match Sanders gegen Clinton steht, kann man hier. Und wer sich für einen Überblick über die zukünftigen Ereignisse der Kampagne interessiert, dem sei diese Timeline ans Herz gelegt.