D
Foto: picture alliance
Wechsel im Roten Rathaus

Porträt in Zahlen: Michael Müller

Mit 87 Ja-Stimmen hat das Berliner Abgeordnetenhaus Michael Müller zum Nachfolger des scheidenden Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit gewählt. In Berlin brechen nun neue Zeiten an, denn Müller ist ein ganz anderer Schlag von Politiker als sein Vorgänger. Ein Porträt in Zahlen.

von Anne Hünninghaus

27

Personen stellt Wikipedia zur Auswahl, wird nach dem Namen "Michael Müller" gesucht. Der neue Regierende Bürgermeister von Berlin ist an 16. Stelle gelistet. Vier Plätze davor wird der gleichnamige SPD-Politiker aufgeführt, der im Kabinett Merkel I Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesumweltminister gewesen ist.

1999

stimmte Müller als einer von zwei Abgeordneten der SPD gegen die Teilprivatisierung der Wasserbetriebe an den Konzern Vivendi. Auch in der Diskussion um den Börsengang der Bahn AG zeigte sich der Privatisierungskritiker Müller skeptisch.

25

Jahre lang war Müller neben seiner politischen Karriere als selbstständiger Drucker tätig. Von 1986 bis 2011 arbeitete er mit seinem Vater in dessen kleiner Druckerei in Berlin-Tempelhof.

63.000.000.000

Euro Schulden hat das Land Berlin heute. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 20.000 Euro je Einwohner. Noch vor einigen Jahren sah es zumindest etwas besser aus: So betrug die Schuldenlast Berlins zu Beginn der Ära Wowereit im Jahr 2001 noch rund 43 Milliarden Euro.

63

Prozent der Befragten einer Forsa-Umfrage im Auftrag der „Berliner Zeitung“ halten Müller für kompetent. Über Wowereit hatten das in einer Umfrage im Mai lediglich 41 Prozent gesagt. Zudem glauben 67 Prozent der Befragten, Müller verstehe die Belange und Probleme Berlins. Auch in diesem Punkt ist er seinem Parteifreund um neun Prozentpunkte voraus.

33

Jahre lang ist Müller bereits Mitglied der SPD. Am 1. Dezember 2011 wurde der heute 49-Jährige Bürgermeister und Senator für Stadtentwicklung und Umwelt. Von 2004 bis 2012 war er Vorsitzender des SPD-Landesverbandes Berlin. Seit 1996 sitzt Müller im Abgeordnetenhaus, seit 2001 als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg 4.

101

Delegiertenstimmen entfielen in einer Kampfabstimmung um das Amt des Landesvorsitzenden im Juni 2012 auf Müller. Damit unterlag er seinem Kontrahenten Jan Stöß, der 123 Stimmen erhielt. In der Urabstimmung der Berliner SPD am 18. Oktober setzte er sich hingegen mit 59,1 Prozent der Stimmen gegen Stöß und den Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, durch.

1.393,28

Euro mehr verdient Müller laut "Bild"-Zeitung in seiner neuen Position. Auf die Frage, ob er das Geld schon verplant habe, antwortete er: "Das ist überhaupt kein Thema gewesen. Man kommt ja auch nicht zum Geldausgeben. Aber ich gehe auch gern mal alleine einkaufen, Krawatten, Schuhe. Und wenn Sie wüssten, wie schnell: zehn Minuten und fertig."