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Foto: Andreas Herzau
Politische Fotos und Karikaturen

Herzau und Wurster sind Gewinner der Rückblende 2017

Auf der Preisverleihung "Rückblende 2017" wurden die besten politischen Fotografien und Karikaturen prämiert. Mit dem Preis zeichnen die Landesvertretung Rheinland-Pfalz und der BDZV die wirkungsvollsten Bilder aus. Ein Thema stach in diesem Jahr besonders hervor.

von Anne Hünninghaus

Mit der "Rückblende" wurden am Montag, 29. Januar, zum 34. Mal politische Fotografien und Karikaturen ausgezeichnet. Veranstalter der Preisverleihung ist die Landesver­tretung Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Bun­desverband Deutscher Zeitungs­verleger. Sowohl der Sieger in der Kategorie "Politische Fotografie", Andreas Herzau, als auch die erstplazierte Karikaturistin Miriam Wurster befassten sich in ihren Motiven mit dem G20-Gipfel in Hamburg.

Im vergangenen Jahr nahmen 240 Fotografen und 67 Karikatu­risten am Wettbewerb teil. Die Juryvorsitzende, Staatssekretärin Heike Raab, betonte in ihrer Begrüßung der Gäste in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz die Wirkmacht des Visuellen und zitierte passend dazu Leonardo da Vinci: "Der Mensch, das Augenwesen, braucht das Bild." Im vergangenen Jahr habe es eine reiche Auswahl an politischen Themen gegeben, zählte Moderatorin Anna Helmy auf: darunter das deutsch-türkische Verhältnis, der Wahlsieg Macrons, die Ehe für alle, der G20-Gipfel in Hamburg, Jamaikaträume, ein Jahr Donald Trump als US-Präsident, die Me-Too-Debatte und das Säbelrasseln in Nordkorea.

Die Ausstellung Rückblende wird in diesem Jahr in Berlin, Trier, Neustadt an der Weinstraße, Bonn, Koblenz, Leipzig, Mainz und Brüssel ausgewählte Fotografien und Karikaturen zei­gen.

Die Preisträger in der Kategorie "Fotografie"

Foto: Andreas Herzau

Preis Fotografie: Der G20-Gipfel war das Motiv zahlreicher Einreichungen, gewonnen hat das Foto von Andreas Herzau. Die Jurybegründung: Im Gegensatz zu vielen anderen Bildern werde auf diesem die Gewalt nicht ästhetisiert. Es gebe eine Abgrenzung zwischen der heilen Welt der Bürgerlichkeit, den erleuchteten Fenstern eines Altbaus am Hamburger Pferdemarkt in der rechten Bildhälfte, und der Auseinandersetzung von G20-Gegnern und einer Sondereinheit der Polizei in der linken Hälfte des Bildes. Besonders gut eingefangen werde der Schriftzug "G20 angreifen", erleuchtet durch den Spot eines Hubschrauberscheinwerfers. 

  

    

  

Fotos: Hannes Jung

Beste Serie: In der neu geschaffenen Kategorie gewann der Fotograf Hannes Jung mit seiner Fotoreihe zum Parteitag der AfD unter dem Titel "New Right". Die Serie bewege sich "zwischen Ästhetik und Abscheu", hieß es aus der Jury. Hannes Jung versteht seine Schwarz-Weiß-Fotografien  als politischen Kommentar.

 

Foto: Wolfgang Rattay

Sonderpreis Scharfes Sehen: Auf dem mit dem Sonderpreis prämierten Foto von Wolfgang Rattay bildet sich ein politisches Dilemma ab: Klimaschutz versus Arbeitsplätze. Das Foto gibt einen Einblick in die verschiedenen Erdschichten des Braunkohletagebaus in Hambach. Beamte einer Polizeit-Hundertschaft sind im Vordergrund zu sehen, im Vorfeld der Klimakonferenz waren zahlreiche Aktivisten eingedrungen. 

 

Die Preisträger in der Kategorie "Karikatur"

Karikatur: Miriam Wurster

1. Platz Politische Karikatur: "Sympathische Deeskalationsstrategien" präsentiert die Karikatur von Miriam Wurster. Skizziert hatte diese ihre Idee bereits vor den G20-Eskalationen, laut Jury ein Beleg für die prognostischen Fähigkeiten vieler Karikaturisten.

Karikatur: Heiko Sakurai

2. Platz Politische Karikatur: Die Sondierungsgespräche der Jamaika-Parteien verfolgend, fühlte sich Heiko Sakurai an das Janosch-Kinderbuch "Oh wie schön ist Panama" erinnert. In diesem kommen die Freunde Tiger und Bär, begleitet von Tigerente und Kastenfrosch, niemals an ihrem Traumziel an, sondern finden heraus, dass sie die ganze Zeit im Kreis gelaufen sind. Die Karikatur erschien bereits am 18. Oktober. "Wir Karikaturisten gehen meistens vom Schlimmsten aus", erklärte Sakurai.

 

Karikatur: Mathias Hühn

3. Platz Politische Karikatur: Dem Thema "Ehe für alle" widmete sich Mathias Hühn. In erster Linie sei es ihm um die Spitze gegen die Katholische Kirche gegangen, erklärte er seinen Ansatz.