Collage: Tectum-Verlag, Herder, Verlagsgruppe Random House
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Collage: Tectum-Verlag, Herder, Verlagsgruppe Random House
Rezension

Empfehlungen für Ihre politische Lektüre

Diese aktuellen Fachbücher sollten Sie griffbereit haben. Es geht um Macht, den Abstieg der etablierten Parteien und die Notwendigkeit sich in der Digitalisierung neu zu erfinden. Drei Rezensionen aus der Redaktion

aus der Redaktion

Entzaubernd

Um das Phänomen der Macht ranken sich Legenden und Missverständnisse, glauben Dominik Meier und Christian Blum. Diesen Mythos wollen sie in ihrer 420 Seiten starken wissenschaftlichen Abhandlung entzaubern. Dabei gelingt es ihnen, auf lesenswerte Weise Wesen und Erscheinungsformen der Macht zu erörtern, indem sie auf politische Denker und Philosophen rekurrieren. Schließlich kommen sie zu ihrem eigenen Beratungsansatz. Dieser dritte Teil des Buchs liest sich dann eher wie ein Beraterhandbuch – als das er auch gedacht ist. (kti)

Dominik Meier mit Christian Blum: "Logiken der Macht. Politik und wie man sie beherrscht", Tectum, Baden-Baden 2018, 420 Seiten, 29,95 Euro

Greifbar

Über den Abstieg etablierter Parteien und das Erstarken der Rechtspopulisten zu schreiben, ist aus offensichtlichen Gründen en vogue. Aber wenige Autoren liefern so konkreten Rat wie Lochocki, Jahrgang 1985, der an der HU Berlin über Politische Kommunikation doziert. Er skizziert die solidarische Bürgergesellschaft bei gleichzeitig starkem Staat als Narrativ, das diese Zeiten erfordern. Lochocki liefert neben rationalen Erklärungsansätzen auch einen emotionalen Appell. Die Lektüre lohnt sich – nicht nur für Vertreter der Volksparteien. (ahü)

Timo Lochocki: "Die Vertrauensformel: So gewinnt unsere Demokratie ihre Wähler zurück", Herder, Freiburg 2018, 288 Seiten, 20 Euro

Aufrüttelnd

Wenn die Digitalisierung langfristig mehr als 40 Prozent aller Jobs überflüssig macht, welcher Ausweg bleibt? Christoph Keese appelliert: Beginnen wir, uns mutig neu zu erfinden! In "Disrupt Yourself" hält uns der Journalist und Medienmanager in mal freundlicher, mal marktschreierischer Eindringlichkeit vor Augen, dass es höchste Zeit ist. Das ist so lesens- wie bedenkenswert. An die Politik richtet Keese ein Plädoyer. Statt "ihre Digital-Phobie nach Europa" zu exportieren, solle die Bundesregierung endlich die digitale Modernisierung vorantreiben. (jhu)

Christoph Keese: „Disrupt Yourself. Vom Abenteuer, sich in der digitalen Welt neu erfinden zu müssen“, Penguin, München 2018, 288 Seiten, 22 Euro