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Collage: Jana Legler, Einzelnachweise s.u.
Politik

Die Neuaufstellung der Macht, Teil 2

Während erst die Jamaika-, dann die Groko-Sondierer die Schlagzeilen beherrschten, haben sich in Parteien und Fraktionen zahlreiche Wechsel vollzogen. Manche Akteure nahmen innerhalb ihres Wirkungskreises eine neue Position ein, andere verließen die vertrauten Gefilde. Wir stellen ausgewählte Wechsel unterhalb der Partei- und Fraktionsvorsitzenden vor.

von Viktoria Bittmann

Neu aufgestellt:

Serkan Agci (SPD)

Foto: Gregor Fischer/dpa

Nach dem Ausscheiden des lang­jährigen SPD-­Sprechers Tobias Dünow Ende Januar hat Serkan Agci als neuer Sprecher des SPD-Parteivorstands und des SPD-­Vorsitzenden Martin Schulz sowie als Leiter Strategische Kommunikation übernommen. Zuvor war er unter anderem als stell­vertretender Parteisprecher und Chef vom Dienst der SPD-­Pressestelle tätig. 

 

Bernd Baumann (AfD)

Foto: Gregor Fischer/dpa

Bernd Baumann, Erster Parlamen­tarischer Geschäfts­führer der AfD-Bundestags­fraktion, bringt für seine neue Rolle Erfahrung auf Landes­ebene mit: Der Landes­vorsitzende der AfD Hamburg hatte vor seinem Wechsel nach Berlin ein Jahr lang die AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft geführt. Sein Verhältnis zur Co-­Vorsitzenden der AfD-Bundestags­fraktion, Alice Weidel, gilt allerdings als äußerst schlecht. 

 

Hans-Joachim Berg (AfD)

Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0

Nach gerade einmal drei Monaten hat der Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Berg, hingeworfen: Zu Anfang Februar hat der 69-Jährige, der für die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, seinen Vertrag mit der Bundestags­fraktion gekündigt. Neben Meinungsverschieden­heiten über den Aufbau der neuen Fraktion sollen auch astronomische Catering­kosten für Fraktions­sitzungen hinter der schnellen Trennung stecken. 

 

Markus Blume (CSU)

Foto: Kay Blaschke/markusblume.de

Seit 2017 war Markus Blume (43) bereits stellvertretender General­sekretär. Mit Andreas Scheuers Wechsel nach Berlin als Bundes­verkehrsminister rückt Blume nun auf. Seit 2008 sitzt er im Landtag, jetzt muss er den Wahlkampf für die Landtags­wahl in Bayern organisieren. 

 

Nancy Böhning (SPD)

Foto: Susie Knoll

Nancy Böhning ist im Dezember zur neuen Bundes­geschäftsführerin der SPD gewählt worden. Die Nachfolgerin von Juliane Seifert muss nun die Erneuerung der SPD voran­treiben. Böhning, Organisatorin des feministischen "Barcamp Frauen" kennt das Willy-­Brandt-Haus bestens: Bevor sie als Büroleiterin mit Katarina Barley ins BMFSFJ wechselte, hatte sie bereits seit 2015 deren Büro als General­sekretärin geleitet. Schon bald könnte sich Böhnings Position erneut verändern.

 

Marco Buschmann (FDP)

Foto: Caitlin Hardee

Nach mehr als drei Jahren als Bundes­geschäftsführer der FDP, in denen Marco Buschmann die inhaltliche und strategische Neu­ausrichtung der FDP maßgeblich gestaltete, hat er im Oktober das Amt des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der FDP-Bundestags­fraktion übernommen. Buschmann, einer der engsten Vertrauten von FDP-Chef Christian Lindner, saß bereits von 2009 

 

Lena Daldrup (SPD)

Foto: spdfraktion.de

Lena Daldrup sprach schon für Andrea Nahles, als diese noch Generalsekretärin der SPD war. Anschließend wechselte sie als Presse­sprecherin mit ihrer Chefin ins Bundesministerium für Arbeit und Soziales, wo sie schon von 2008 bis 2010 gearbeitet hatte. Als Leiterin der Pressestelle und Sprecherin der Fraktions­vorsitzenden ist Daldrup im Oktober ihrer Chefin abermals gefolgt. 

 

Marcel Deister (SPD)

Foto: Ole Spata

Seit 2014 war Marcel Deister Persönlicher Referent und stellvertretender Leiter des Persönlichen Büros des Nieder­sächsischen Minister­präsidenten Stephan Weil in der Staats­kanzlei in Hannover. Zum Jahres­beginn ist der 27-­Jährige als Referent in den politischen Planungs­stab des SPD-Generalsekretärs Lars Klingbeil ins Willy-Brandt-Haus gewechselt. 

 

Nils Droste (FDP)

Foto: Caitlin Hardee

Nach dem erfolgreichen Bundestags­wahlkampf ist Nils Droste im November als Leiter der Pressestelle zur Bundestags­fraktion gewechselt. Zuvor hatte er seit 2014 die Pressearbeit der Bundes­partei verantwortet. Droste ist damit in den Bundestag zurückgekehrt: Von 2009 bis 2012 wirkte er hier als Büroleiter von Johannes Vogel.

 

Markus Frohnmaier (AfD)

Foto:picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Markus Frohnmaier ist auf der konstituierenden Sitzung der Jungen Gruppe der AfD-Bundestags­fraktion im Januar zu deren Sprecher gewählt worden. Zugleich kündigte der ehemalige Sprecher der AfD-­Chefin Frauke Petry und der AfD-Spitzen­kandidatin Alice Weidel an, nicht erneut als Bundes­vorsitzender der Jungen Alternative (JA) zu kandidieren. Damian Lohr (24), MdL in Rheinland-Pfalz, wurde im Februar als sein Nachfolger gewählt.

 

Katrin Grothe (FDP)

Foto: privat

Fast acht Jahre lang hat Katrin Grothe für Christian Lindner gearbeitet: Nach einer Station in der Partei­zentrale wechselte sie in sein MdB-Büro, bevor er sie als Persön­liche Referentin mit nach NRW nahm. Mit dem Wiedereinzug der FPD in den Bundestag leitete Grothe zunächst das Fraktionsvorsitzenden-­Büro, im März wurde sie Digital & Social Media Director der Fraktion. Das Büro des Fraktionschefs leitet nun Kristian Wellige. 

 

Melanie Haas (Grüne)

Foto: Bündnis 90/Die Grünen

Im Gegensatz zu anderen Partei­zentralen kam die Geschäftsstelle der Grünen lange ohne Grundsatzabteilung aus. Mit der neuen Doppelspitze hat sich das geändert. Die neue Abteilung "Programm und Analyse" soll Melanie Haas leiten, die zuvor in der Berliner Senats­kanzlei für die strategische Regierungs­planung mitverantwortlich war. Zuvor hat sie mehrere Jahre lang das Büro von Ex-Partei­chefin und Bundestags­vizepräsidentin Claudia Roth geleitet. 

 

Jörn  Hasler (FDP)

Foto: Nils Droste

Zu den ersten Personal­entscheidungen des neuen FDP-Fraktions­chefs Christian Lindner zählte Jörn Hasler, der Erfahrungen als Oberst der Bundeswehr mit Generalstabs­ausbildung sammelte. Lindner machte ihn zum Kommissarischen Leiter des Fraktions­büros, inzwischen ist er Fraktions­direktor für Zen­trale Angelegenheiten in der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten. Hasler hat bereits in früheren Jahren als Referent für die Fraktion gearbeitet. 

 

Mark Hauptmann (CDU)

Foto: J. Fleischhauer/Agentur Neubauer

Mark Hauptmann (33) ist im Februar zum neuen Vorsitzenden der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt worden. Sein Vorgänger Steffen Bilger hatte aus Alters­gründen nicht noch einmal kandidiert. Der Thüringer Hauptmann zog bei der Bundestagswahl 2017 erneut als Direktkandidat in den Bundestag ein. 

 

Robert Heinrich (Grüne)

Foto: Robert Heinrich

Mit der neuen Doppelspitze erfolgte bei den Grünen auch ein Umbau der Bundes­geschäftsstelle: Während die bisherigen Partei­chefs getrennte persönliche Büros unterhielten, gibt es mit Robert Heinrich nun einen gemeinsamen Büro­leiter der beiden Vorsitzenden. Heinrich hatte als lang­jähriger Leiter der Abteilung Öffentlichkeits­arbeit und Kampagnen maßgeblich an der Kampagne zur Bundestagswahl mitgewirkt. 

 

Sebastian Hille (CSU)

Foto: BMVI

Sebastian Hille, der zuvor die Kommunikation des Bundes­ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur leitete und für Bundes­verkehrsminister Alexander Dobrindt gesprochen hatte, ist als Leiter des Stabs Kommunikation mit seinem Chef zur CSU-Landesgruppe gewechselt. Für den ausgebildeten Journalisten ist es eine Rückkehr, bereits von 2012 bis 2016 war er Pressesprecher der Landes­gruppe. 

 

Andreas Kappler (Grüne)

Foto: Stefan Kaminski

Der 39-jährige Andreas Kappler ist bereits seit 2014 Pressesprecher und Leiter der Pressestelle der Grünen-­Bundestagsfraktion. 2017 war er allerdings vorüber­gehend für die Bundespartei im Einsatz, um sie als Wahlkampf­sprecher zu unterstützen. In seiner Position als Chefkommunikator der Bundestagsfraktion wurde er Ende Januar bestätigt. 

 

Nicole Kieser (FDP)

Foto: FDP

Nachdem Nils Droste als Leiter der Pressestelle zur FDP-Bundestags­fraktion gewechselt war, hat im Hans-­Dietrich-Genscher-Haus ­Nicole Kieser die Pressearbeit der Partei übernommen. Die 35-Jährige war bis dato stellvertretende Presse­sprecherin. Vor ihrem Einstieg bei der FDP hat sie für Burson-Marsteller gearbeitet. 

 

Lars Klingbeil (SPD)

Foto: Tobias Koch/www.tobiaskoch.net

Lars Klingbeil gilt als eines der größten Talente der SPD. 2005 saß er als Nachrücker kurzzeitig im Bundestag, seit 2009 dauerhaft. 2017 holte er seinen Wahlkreis mit 41 Prozent der Stimmen. Als neuer Generalsekretär liegt nun die Mammutaufgabe "Erneuerung der SPD" auf seinem Tisch. Klingbeil, der dem konservativen Seeheimer Kreis angehört, will hierfür "jeden Stein umdrehen". 

 

Jan Korte (Linke)

Foto: Rico Prauss

Jan Korte sitzt seit 2005 im Bundestag. Im Oktober wurde der 40-Jährige, der dem reform­orientierten Forum Demokratischer Sozialismus angehört, zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der Linken-­Bundestagsfraktion gewählt. Korte war lange Mitglied im Innenausschuss, seit 2009 gehört er dem Vorstand seiner Fraktion an. 

 

Annegret Kramp-­Karrenbauer (CDU)

Foto: Staatskanzlei des Saarlandes

Annegret Kramp-Karrenbauer, von 2011 bis 2018 Ministerpräsidentin des Saarlands, hätte auch als Bundesministerin nach Berlin wechseln können; sie entschied sich aber für das Amt der Generalsekretärin und wurde Ende Februar auf dem Bundesparteitag der CDU mit 98,9 Prozent der Stimmen gewählt. Die 55-Jährige hat Peter Tauber abgelöst, der Mitte Februar seinen Rückzug erklärt hatte.

 

Konstantin Kuhle (FDP)

Foto: Philipp Behrend

Konstantin Kuhle ist Sprecher der Jungen Gruppe der FDP-­Bundestagsfraktion. Die Junge Gruppe umfasst 29 Abgeordnete unter 40 Jahren. Der 29-­Jährige hat außerdem angekündigt, nach vier Jahren im Amt nicht erneut als Bundes­vorsitzender der Jungen Liberalen antreten zu wollen. 

 

Benedikt Kuhn (CSU)

Foto: privat

Benedikt Kuhn, der bis dato das Referat Strategische Kommunikation im Bundes­ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geleitet hatte, ist im Oktober als Leiter Stab Strategie zur CSU im Bundestag gewechselt. Dort treibt er die organisato­rische und inhaltliche Neuaufstellung voran. Für die CSU-­Landesgruppe hatte der 32-Jährige bereits vor seinem Einstieg im BMVI gearbeitet. 

 

Fabian Leber (FDP)

Foto: Lisa Merk

Nachdem er zwölf Jahre lang als Redakteur für den Berliner "Tagesspiegel" geschrieben hatte, ist Fabian Leber auf die andere Seite des Schreibtischs gewechselt: Im November hat der Journalist im Presseteam der FDP-­Bundestagsfraktion angefangen, als Sprecher des Fraktions­vorsitzenden Christian Lindner. 

 

Daniela Ludwig (CSU)

Foto: Markus Schmuck

Die Bundestags­abgeordnete Daniela Ludwig ist neue stellvertretende General­sekretärin der CSU. Die 42-­Jährige sitzt seit 2002 im Bundestag und ist Sprecherin der CDU/CSU-Bundestags­fraktion für Verkehr und digitale Infrastruktur. Ludwig hat die Position von Markus Blume übernommen, der als Nachfolger von Andreas Scheuer zum neuen General­sekretär berufen worden ist. 

 

Christian Lüth (AfD)

Foto: dpa

Zu den personellen Konstanten der AfD zählt Pressesprecher Christian Lüth. Ende 2013 kam er zur AfD, um die Presse­arbeit im Vorfeld der Europa­wahl voranzu­treiben. Nach einem Zerwürfnis mit der damaligen AfD-Chefin Frauke Petry blieb Lüth Pressesprecher für den Rest des Bundesvorstands. Seit dem Einzug seiner Partei in den Bundestag hat er die Rolle des Chefkommunikators der Fraktion übernommen. 

 

Marco Mendorf (FDP)

Foto: FDP

Als Politischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Landtag von Nordrhein-­Westfalen koordinierte Marco Mendorf fünf Jahre lang die politische Arbeit seiner Fraktion. Zuvor hatte er unter anderem als Leiter Public Affairs für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gearbeitet. Im Herbst holte Partei­chef Christian Lindner den 42-Jährigen als neuen Bundesgeschäftsführer nach Berlin. 

 

Stefan Müller (CSU)

Foto: Kurt Fuchs/CSU

Seit Oktober ist der 42 Jahre alte Stefan Müller Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, ein Amt, das er bereits 2009 bis 2013 innehatte. Von 2013 bis 2017 war er Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesbildungs­ministerin. Müller gehört dem Bundestag seit 2005 an. 

 

Elena Pieper (SPD)

Foto: Dirk Bleicker

Elena Pieper ist seit Jahresbeginn Sprecherin des SPD-­Parteivorstands und des neuen General­sekretärs Lars Klingbeil sowie Leiterin der Strategischen Kommunikation. Die 31-Jährige arbeitete zuvor unter anderem im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben sowie für die SPD-Bundestagsfraktion. 

 

Carsten Schneider (SPD)

Foto: Benno Kraehahn

Mit der Wahl zum Ersten Parlamentarischen Geschäfts­führer der SPD-Bundestags­fraktion ist Carsten Schneider zur Nummer zwei hinter Fraktions­chefin Andrea Nahles aufgerückt. Der 42-jährige Haushaltsexperte blickt inzwischen auf fast 20 Jahre Parlaments­erfahrung zurück. 

 

Julia Schramm (Linke)

Foto: privat

Als Vorstandsreferentin für den Fraktions­vorsitzenden Dietmar Bartsch hat Julia Schramm im Dezember in der Links­fraktion angefangen. Schramm, bis 2014 Piratin, ist seit 2016 Mitglied im Berliner Landes­vorstand der Linkspartei. 2016 ist ihr Buch "50 Shades of Merkel" erschienen. 

 

Juliane Seifert (SPD)

Foto: Michael Kappeler/dpa

Als Juliane Seifert (40) in Rheinland-Pfalz bei Malu Dreyer für Politische Planung und gesellschaftliche Analyse zuständig war, zählte sie zu deren engstem Beraterkreis. 2016 wurde sie Bundesgeschäftsführerin. Als Wahlkampf­manager Markus Engels im Sommer 2017 ausfiel, sprangen Juliane Seifert und General­sekretär Hubertus Heil in die Bresche. Im Herbst schmiss sie hin, nachdem Martin Schulz hinter ihrem Rücken ihren Nachfolger gesucht hatte. Inzwischen ist Seifert beamtete Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Sie folgt auf Ralf Kleindiek, der als Senior Advisor zur Boston Consulting Group gewechselt ist.

 

Harald Wolf (Linke)

Foto: Rico Prauss

Nachdem Linken-Bundes­geschäftsführer Matthias Höhn wegen parteiinternen Streits hingeworfen hatte, übernahm im November Harald Wolf die Geschäfte. Der 61-Jährige bleibt kommissarisch bis zum Partei­tag im Juni im Amt. Er ist Mitglied des Berliner Abgeordneten­hauses. 

 

 

Wegverändert:

Tobias Dünow (SPD)

Foto: Marco Urban

Zwölf Jahre lang hat Tobias Dünow in verschiedenen Funktio­nen für Sigmar Ga­briel gearbeitet. Als dieser Anfang 2017 überraschend seinen Verzicht auf Kanzler­kandidatur und Partei­vorsitz bekannt gab, blieb Dünow im Willy-Brandt-Haus und sprach für den neuen Vorsitzenden und Kanzler­kandidaten Martin Schulz. Ende Januar hat der Chefkommunikator das Willy-Brandt-Haus verlassen. 

 

Markus Engels (SPD)

Foto: Sabine Engels

Markus Engels, langjähriger Vertrauter von Martin Schulz und 2017 zeitweise Technischer Wahlkampf­leiter der SPD-Kampagne, hat kurz vor Beginn der Sondierungs­gespräche mit der Union das Willy-Brandt-Haus verlassen. Als Director Global Solutions Initiative arbeitet er seit Februar für den Thinktank Global Solutions, der unter anderem die G20- und G7-Gipfel sowie die OECD berät. 

 

Matthias Höhn (Linke)

Foto: Michael Breyer

Matthias Höhn, der seit 2012 Bundes­geschäftsführer gewesen war, hat sein Amt im November – offenbar nach internem Streit mit der Parteispitze – niedergelegt. Zwei Monate zuvor war er erstmals in den Bundestag gewählt worden, nach 15 Jahren im Landtag von Sachsen-­Anhalt. Der 42-Jährige, der dem Reformerlager seiner Partei angehört, ist sicherheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion und arbeitet im Verteidigungsausschuss als ordentliches Mitglied. 

 

Joachim Koschnicke (CDU)

Foto: Hering Schuppener

Nachdem Joachim Koschnicke 2017 als Leiter der Politischen Planung im ­Adenauer-Haus den Bundestagswahlkampf begleitet hatte, ist der ehemalige Opel-Chef­lobbyist Anfang 2018 als Partner bei Hering Schuppener eingestiegen. Dort arbeitet er für den Geschäfts­bereich Corporate Affairs & Public Strategies. Er berät Unternehmen bei der strategischen Positio­nierung und Kommuni­kation sowie bei der Interessen­vertretung im politischen Raum. 

 

Simone Peter (Grüne)

Foto: Rainer Christian Kurzeder

Simone Peter (52), die im Januar als Grünen-Parteichefin von Annalena Baerbock abgelöst wurde, hat bereits im Februar ihren neuen Job angetreten: Als Präsi­dentin des Bundes­verbands Erneuerbare Energie (BEE) lobbyiert die promovierte Biologin und ehemalige Umweltministerin des Saarlands künftig hauptberuflich für die Energiewende. 

 

 

Ausgewählte Ausschussvorsitzende:

Katrin Budde (SPD)

Foto: Susie Knoll

Katrin Budde (52) ist neue Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag. Sie wurde 2017 erstmals in den Bundestag gewählt. Zuvor war sie von 1990 bis 2017 Mitglied im Landtag von Sachsen-­Anhalt und dort von 2006 bis 2016 Vorsitzende der SPD-Fraktion. 

 

Klaus Ernst (Linke)

Foto: Katja Julia Fischer

Klaus Ernst, seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestags und stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Die Linke, ist neuer Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Energie. Der 63-jährige Gewerk­schafter war von 2007 bis 2010 stell­vertretender Vorsitzender und anschließend zwei Jahre Bundes­vorsitzender der Linkspartei. 

 

Gyde Jensen (FDP)

Foto: benjamindiedering.de

Mit 28 Jahren ist Gyde Jensen die jüngste Frau im Deutschen Bundestag – und die neue Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. 2017 ist die Anglistin und Politologin aus Schleswig-Holstein erstmals in den Bundestag eingezogen, zuvor arbeitete sie als Kommunikationsreferentin für die Friedrich-Naumann-­Stiftung für die Freiheit. 

 

Andrea Lindholz (CSU)

Foto: Tobias Koch/www.tobiaskoch.net

Andrea Lindholz sitzt seit 2013 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahl­kreises Stadt und Landkreis Aschaffen­burg im Bundes­tag. In dieser Legislatur­periode hat sie den Vorsitz des Innen­ausschusses inne. Die 47-Jährige ist Rechts­anwältin und Fach­anwältin für Familien­recht. 

 

Jimmy Schulz (FDP)

Foto: Wikimedia Commons/Sanjar Khaksari/CC BY-SA 4.0

Jimmy Schulz (49) saß bereits von 2009 bis 2013 für die FDP im Bundes­tag. 2014 war er Mitgründer des Vereins für liberale Netzpolitik, dessen Vorsitzender er seither ist. Er unterstützt außerdem die Charta der Digitalen Grundrechte der EU, die 2016 veröffentlicht wurde. 2017 zog er erneut in den Bundestag ein. In dieser Legislatur­periode hat der Digital-Unternehmer aus Bayern den Vorsitz des Ausschusses Digitale Agenda inne. 

 

Cem Özdemir (Grüne)

Foto: Stefan Kaminski

Solange die Jamaika-­Sondierungen liefen, sahen Beobachter Cem Özdemir schon als den ersten Bundesaußenminister mit türkischen Wurzeln. Dann kam alles anders. Özdemir, der von 2008 bis Januar 2018 Bundes­vorsitzender seiner Partei war, kündigte an, nicht für den Fraktionsvorsitz zu kandidieren. Als Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infra­struktur beackert der 52-­Jährige nun ein ganz neues Politik­feld. 

 

 

Was ausgeschiedene Bundestagsabgeordnete machen:

Eva Bulling-­Schröter (Linke)

Foto: Die Linke im Deutschen Bundestag

Nach 20 Jahren im Deutschen Bundestag hat sich Eva Bulling-­Schröter von der Linkspartei aus der Bundes­politik verabschiedet. Von 1994 bis 2002 und von 2005 bis 2017 hatte sie im Bundestag gesessen, 2017 kandidierte sie nicht mehr. Die 62-­Jährige kämpft nun mit Ates Gürpinar als Spitzenduo der Linken darum, im Oktober in Bayern in den Landtag einzuziehen. 

 

Marieluise Beck (Grüne)

Foto: www.marieluisebeck.de

Mit Marie­luise Beck hat 2017 die letzte Grüne „der ersten Stunde“ den Bundestag verlassen. Seit 1983 saß sie im Hohen Haus, war unter Gerhard Schröder Integrationsbeauftragte, später Parlamentarische Staatssekretärin. Gern hätte die 65-jährige Realpolitikerin eine Legislatur drangehängt, fand aber keine Unterstützung bei ihrem Landesverband. Mit ihrem Ehemann Ralf Fücks, zuletzt Vorstand der Böll-Stiftung, hat sie nun das Zentrum Liberale Moderne gegründet. 

 

Volker Beck (Grüne)

Foto: Stefan Kaminski

Einige Monate nachdem die Polizei Drogen bei ihm gefunden hatte, fiel Volker Beck bei der Listen­aufstellung zur Bundestagswahl durch. 2017 schied der 57-Jährige nach 23 Jahren aus dem Parlament aus. Die Fraktion verlor eines ihrer bekanntesten Gesichter. Im Winter­semester 2017/2018 hatte der ehemalige religionspolitische Sprecher der Grünen einen Lehrauftrag am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Uni Bochum. 

 

Clemens Binninger (CDU)

Foto: Werner Schuering/CC BY-SA 3.0 DE

2017 verzichtete Clemens Binninger, der seit 2002 dem Bundestag angehört hatte, auf eine erneute Kandidatur. Mit seiner Frau gründet der 55-Jährige nun eine Firma, die Beratung, Strategie­entwicklung, Projektbegleitung und Interessenvertretung von Organisationen und Unternehmen anbieten soll. Als ehrenamtliches Mitglied unterstützt der ehemalige Innenpolitiker zudem das Digital Society Institute der ESMT Berlin bei Forschungen zur Cyber­sicherheit. 

 

Michael Fuchs (CDU)

Foto: Susanne Krum

15 Jahre lang hatte Michael Fuchs im Bundestag gesessen, 2017 trat er nicht mehr an. Im Oktober stieg der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion als Senior Advisor bei der Agentur WMP Eurocom ein. Der 69-Jährige soll mit seinen Kontakten und Erfahrungen die Netzwerke von WMP stärken. 

 

Stefan Heck (CDU)

Foto: Tobias Koch/www.tobiaskoch.net

Vier Jahre lang hat Stefan Heck im Bundestag gesessen. Laut „Welt“ galt sein Ausscheiden intern "als vielleicht herbster Verlust". Ende 2017 wurde der 35-Jährige bereits vom Aufsichtsrat der VG Media zum Geschäfts­führer bestellt. Zum Jahres­beginn 2018 hat Heck seinen neuen Job angetreten. Seither ist er für den Bereich Politik und Kommunikation verantwortlich und treibt die strategische Entwicklung dieses Bereichs in Berlin und Brüssel voran. 

 

Michael Kretschmer (CDU)

Foto: www.pawelsosnowski.com

Innerhalb weniger Wochen wendete sich das Blatt gleich zweimal für Michael Kretschmer, bis dahin stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Auf den Schock am Wahlabend, den Bundestag verlassen zu müssen, folgte im Oktober Paukenschlag Nummer zwei: Stanislaw Tillich schlug den 42-­Jährigen als seinen Nachfolger im Amt des sächsischen Minister­präsidenten vor. Seit dem 13. Dezember ist Kretschmer im Amt.

 

Norbert Lammert (CDU)

Foto: Marco Urban

37 Jahre lang gehörte Norbert Lammert dem Deutschen Bundestag an, von 2002 an war er dessen Vizepräsident, ab 2005 als dessen Präsident der zweite Mann im Staat. 2017 verließ er das Hohe Haus. Im November erfolgte die Berufung zum Kurator der RAG-Stiftung durch Nordrhein-­Westfalens Minister­präsident Armin Laschet. Seit dem 1. Januar ist der 69-­Jährige zudem Vorsitzender der Konrad-­Adenauer-Stiftung. 

 

Claudia Lücking­-Michel (CDU)

Foto: www.luecking-michel.de

Als Abgeordnete des Deutschen Bundestags war Claudia Lücking-Michel unter anderem ordentliches Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 2017 verpasste sie den Wiedereinzug. Ende des Jahres teilte die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) mit, dass die 56-Jährige vom 1. April an die Geschäftsführung der AGEH übernehmen werde. 

 

Kristina Schröder (CDU)

Foto: Peter-Paul Weiler

Schon 2016 hatte die Ex-Bundes­familienministerin Kristina Schröder (40) angekündigt, 2017 den Bundestag zu verlassen. Im Sommer stieg sie als Senior Advisor bei Deekeling Arndt Advisors in Berlin ein, um sich bei Mandaten einzubringen und die Agentur in der Interessenvertretung zu unterstützen. Inzwischen erwartet sie ihr drittes Kind. Ehemann Ole Schröder, der den Bundes­tag ebenfalls verlassen hat, will wieder als Rechtsanwalt arbeiten.