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Serie "How to ... Digital Public Affairs", Teil 1

Der CEO als Wahlkämpfer

Welche digitalen Tools und Trends bestimmen die Public Affairs? In einer neunteiligen Serie liefern Experten in loser Folge einen Überblick über den State of the Art. Im Auftakt erklärt Joe Pounder, inwiefern CEOs in den USA wie ­Kandidaten im ­Wahlkampf ­behandelt werden.

von Joe Pounder

Ich habe seit 2004 in jedem Präsidentschaftswahlkampf mitgewirkt, aber 2016 war für mich als Kommunikator mit Abstand die herausforderndste Kampagne. Nachrichten sind 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche verfügbar und haben eine kürzere Halbwertzeit. Unsere Aufgabe ist es, Botschaften an ein Publikum zu kommunizieren, das mehr Informationen aus mehr Quellen denn je bezieht. Gleichzeitig müssen wir schnell auf Nachrichtenportale reagieren, die dubios sind, aber auf viele Wähler wie seriöse Medien wirken.

Auf diese Anforderungen müssen sich auch Public Affairs Manager einstellen. Ein kürzerer Nachrichtenzy­klus macht es schwerer, mit einer Botschaft durchzudringen. Mehr Nachrichtenquellen bedeuten einen höheren Bedarf an Inhalten. Wenn die Menschen deine Links nicht teilen und deine Videos nicht schauen, dann nutzen sie die Kanäle deines Wettbewerbers.

Erfolgreiche Organisationen müssen auf Systeme und Infrastrukturen zurückgreifen können, die einen konstanten Con­tent-Flow ermöglichen. Die beste Art der Kommunikation bleibt die direkte Kommunikation zwischen zwei Menschen – die Herausforderung ist, dass sie auf Informationen zurückgreifen, die man selbst veröffentlicht hat. Die Digitalisierung reißt die Mauer ein zwischen den Strategien für politische Kommunikation und Corporate Communications.

Unternehmen verstehen, dass sie mehr wie eine politische Kampagne agieren müssen. In den USA werden CEOs inzwischen wie Kandidaten behandelt. Unternehmen erleiden Reputations- und Markenschäden durch Interessengruppen, die aus Budgetgründen vor allem auf Earned Media setzen. Die Unternehmen, für die wir arbeiten, verstehen daher zunehmend, dass sie Inhalte und Plattformen benötigen, um die Narrative rund um ihre Marke zu formen.

Joe Pounder

Präsident Definers Public Affairs und arbeitete unter anderem für die Kampagnen von Mitt Romney, John McCain und Marco Rubio. (Foto: Definers Corp.)