D
Foto: Thinkstock/Erhan telik
Rezension

Ansteckend, Aufgeregt, Analytisch

Drei Bücher, drei Themen: Politischer Protest, die "neuen Rechten" und Digitalisierung. Unsere Kurzrezensionen zu "Protest", "Gefährliche Bürger" und "Navigieren in Zeiten des Umbruchs".

Redaktion

Srdja Popovic, Matthew Miller: Protest!, Fischer Verlag, Frankfurt 2015, 229 Seiten, 16,99 Euro.

Ansteckend

Popovics "Protest" durchziehen Schilderungen diverser Diktaturen, vom Regime Milošević über Tito bis hin zu Mubarak, ihrer politischen Gegenbewegungen sowie der gewaltfreien Widerstände. Mit diesem Buch hat er eine Art Leitfaden für Aktivisten geschaffen, die in ihrem Land etwas verändern wollen – ohne Waffengewalt. Dabei liegt den unterschiedlichsten Bewegungen derselbe Leitgedanke zu Grunde: Jeder Einzelne kann etwas bewegen. (reb)

 

Liane Bednarz, Christoph Giesa: Gefährliche Bürger, Hanser Verlag, ­München 2015, 319 Seiten, 19,99 Euro.

Aufgeregt

"Ein schmerzhafter Stachel im Fleisch der Feinde unserer offenen Gesellschaft" – der "neuen Rechten" – wollen die Autoren sein, insbesondere, da sie sich selbst nicht politisch links verorten. Dabei nehmen sie von AfD, Xavier Naidoo bis hin zu "Cicero"-Journalist Alexander Kissler eine wüste Mischung an Personen und Organisationen ins Visier, die sie als Agitatoren betrachten. Der Tonfall: mal ironisch, mal pathetisch und stets eine Spur zu aufgeregt. (ahü)

 

Fredmund Malik: Navigieren in Zeiten des Umbruchs, Campus Verlag, ­Frankfurt 2015, 161 Seiten, 22 Euro.

Analytisch

Digitalisierung, Unberechenbarkeit, Komplexität: Fredmund Malik ist kein Prophet, wenn er sagt, dass sich die Welt im Umbruch befindet. Doch ist vor allem die Komplexität für Malik nicht die Geißel, sondern der Rohstoff dieser neuen, entstehenden Welt. Für diesen Gedanken will er eine Navigationshilfe geben. Dabei nutzt er den Wandel nicht als Kulisse, um seine Thesen auszubreiten, sondern schafft es tatsächlich, diesen verständlich zu machen. (svp)