Frau Bubrowski, nach drei Jahren als (stellvertretende) Chefredakteurin bei Table.Briefings geht es ab 1. Januar 2027 zurück zur F.A.Z. Was hat Sie zu dieser „Heimkehr“ bewogen?
Das journalistische Handwerk habe ich bei der F.A.Z. gelernt. Texte redigieren, Teaser und kleine Meldungen schreiben: so habe ich 2013 begonnen, als ich mich nach meinem langen Jurastudium entschlossen habe, Journalistin zu werden und die F.A.Z. mir – trotz wirklich geringer Erfahrung – sofort eine Stelle angeboten hatte. Es waren elf glückliche Jahre in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Korrespondentin in Berlin. Die F.A.Z. ist meine publizistische Heimat und ich freue mich sehr, ins Herausgebergremium einzutreten und die Zukunft dieses großen Hauses mitzugestalten.
Mit Ihnen bekommt die F.A.Z. zum ersten Mal eine weibliche Herausgeberin. Welche Bedeutung hat das für Sie persönlich – und für die F.A.Z.?
Ich halte die Berufung von Frauen in wichtige Gremien für eine Selbstverständlichkeit. Aber erst wenn solche Fragen nicht mehr gestellt werden, sind wir wirklich einen Schritt weiter.
Sie machen den Schritt vom Medien-Startup zurück zur Traditionsmarke: Was haben Sie bei Table gelernt, was Sie zur F.A.Z. mitnehmen können?
Die Zeit in der Chefredaktion bei Table.Briefings war für mich in vieler Hinsicht bereichernd und lehrreich. Table ist ein modernes Medienhaus mit hoher Dynamik, einer pragmatischen und den Menschen zugewandten Führungskultur. Als Start-up müssen wir bei Table journalistische Freiheit und Wirtschaftlichkeit zusammendenken. Und vor allem: Im Team mit Michael Bröcker haben wir bewiesen, wie gut eine Doppelspitze funktionieren kann – keine interne Politik, keine Rangelei, sondern gegenseitiges Gönnen und Bestärken, sich nicht ausbremsen, sondern anspornen, zusammen kämpfen, zusammen gewinnen (und auch mal scheitern), zusammen lachen. Das war das beste von allem.