Die Energiewende bekommt ein neues Argument

Meinungsrepublik

Man in a blue striped shirt with arms crossed, standing beside a large solar-panel shield on a light background.
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Gut jeder Zweite hält die Energiewende seit Kriegsbeginn für dringlicher als zuvor. Das ist keine überwältigende, aber eine stabile Mehrheit. Und sie speist sich nicht aus ökologischem Idealismus, sondern aus einem konkreten Unsicherheitsgefühl. Wer erlebt, wie der Krieg im Nahen Osten die Preise an der Zapfsäule treibt, begreift energiepolitische Abhängigkeit als persönliche Betroffenheit.

Civey-Grafik zur Dringlichkeit der Energiewende
Gut jeder Zweite hält die Energiewende seit Beginn des Iran-Kriegs für dringlicher. Quelle: Civey

Diesen Befund stützt der Blick in die Unternehmen. Laut dem aktuellen Sustainable Economy Barometer zeigt sich dieser Befund auch in den Unternehmen. 56 Prozent der Entscheidungsträger in mittelständischen und großen Unternehmen halten eine klimaneutrale Wirtschaft für den Standort Deutschland für wichtig. Die Energiewende ist in den Führungsetagen als Standortfrage angekommen.

Doch die neue Dringlichkeit hat auch eine Kehrseite: 42 Prozent der Deutschen fühlen sich von der Energiewende überfordert. Knapp ein Drittel fühlt sich gefordert, aber nicht überfordert. Nur 15 Prozent fühlen sich gut vorbereitet. Der Blick auf die Parteipräferenzen offenbart eine bemerkenswerte Spreizung. Unter AfD-Anhängern fühlen sich 71 Prozent überfordert, bei den Grünen nur 10 Prozent. Dort fühlen sich fast vier von zehn gut vorbereitet.

Civey-Grafik zur Überforderung durch die Energiewende
42 Prozent fühlen sich von der Energiewende überfordert, knapp ein Drittel gefordert, aber nicht überfordert. Quelle: Civey

„Dringlichkeit braucht Machbarkeit.“

Die Energiewende lässt sich heute breiter begründen als je zuvor. Sie ist nicht nur Klimaschutz, sondern vor allem ein Beitrag zur Energieunabhängigkeit und wirtschaftlichen Resilienz. Wer diese Offenheit nutzen will, muss allerdings auch die Überforderung ernst nehmen. Dringlichkeit braucht Machbarkeit. Sonst kippt die neue Bereitschaft in Resignation.

Hier finden Sie die verwendeten Umfragen.