Er ist wieder da.

Preis

19.33€

Verlag

Eichborn Verlag

Autor

Timur Vermes

Magazin

Man ist geneigt zu sagen, solch eine ausgeprägte Fantasie kann nur ein Boulevardjournalist haben: Ein Mann wacht auf, zwischen einer Baulücke im Herzen Berlins, mit einer benzinübergossenen Uniform bekleidet. Es ist Adolf Hitler, der eben noch mit Eva im Führerbunker auf der Couch gesessen hat und sich jetzt wundert, warum in der Reichshauptstadt überhaupt noch Häuser stehen und der fußballkickende Junge ein Trikot mit der Aufschrift „Ronaldo“ trägt.


Doch wie ist der Führer bloß im Jahr 2011 gelandet? Vielleicht war er 66 Jahre lang in einer Eiskaspel eingefroren wie Mel Gibson in „Forever Young“ oder er ist mit einer schrulligen Maschine mit Fahrradantrieb gereist wie der Zeitreisende in H.G. Wells Kult-Roman „The Time Machine“. Der Leser erfährt es nie. Der Autor lässt A. H. nicht lange darüber grübeln, wie er durch die Zeit springen konnte: Der „größte Feldherr aller Zeiten“ will so schnell wie möglich wieder ins Rampenlicht.


Timur Vermes (Jahrgang 1967) ist mit seinem Romandebüt vom Ghostwriter zum Bestsellerautor aufgestiegen. Der Sohn eines 1956 geflohenen Ungarn arbeitete viele Jahre lang als Journalist für die Münchner „Abendzeitung“ und den Kölner „Express“. Seit 2009 veröffentlichte er vier Bücher als Phantomschreiber.
„Er ist wieder da“ ist eine absurde Politsatire, die manche Kritiker für gefährlich halten. Wieso? Nun, Vermes schreibt in der Ich-Form und er hat sich für den Duktus des Buchs einiges von „Mein Kampf“ abgeguckt. Daher wird ihm der Vorwurf gemacht, einen Tyrannen zu verharmlosen. Aber ist das gerechtfertigt?


Wie im Kabarett rechnet der zeitreisende Hitler mit den bundesdeutschen Wirklichkeiten ab. Dabei bekommen alle ihr Fett weg. Vom Nationalheiligen der Deutschen Helmut Schmidt („rollender Schwelbrand“) bis hin zur NPD („Das sind nur halbgare verpickelte Jüngelchen, derer man sich schämen muss“).


„Menschen wählen Menschen, die sie attraktiv oder bewundernswert finden“, sagte Vermes im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Er wolle zeigen, wie groß die Gefahr wirklich ist, dass ein Land so einem Wahnsinnigen jederzeit wieder erliegen könnte. Das ist nicht gefährlich, sondern
mutig.

von Christina Bauermeister

weitere Bücher aus dem Magazin

Verlag: Eichborn Verlag
Preis: 19.33€
lange Fassung
Verlag: Eichborn Verlag
Preis: 14.99€
Verlag: Rowohlt Verlag
Preis: 19.99€