Die Grünen – das Buch.

Preis

29.95€

Verlag

Edel Verlag

Autor

Christoph Amend/Patrick Schwarz (Hg.)

Magazin

Früher waren die klassischen Grünen übelriechende, langhaarige „Müslis“ mit Sandalen von Birkenstock und Yoga-Matte im WG-Gemeinschaftszimmer. Der grüne Spießer unserer Tage dagegen ist wohl situiert, trinkt Bionade (immer noch!), trägt Gore-Tex-Pro-Shell-Jacken von Haglöfs und rollt seine Yoga-Matte im frisch erworbenen Luxusapartment aus. Einst linke Alternative, heute verbürgerlichter Mainstream. So weit, so klischeehaft. Doch wer sind die Grünen wirklich? Ein politikgewordener Lebensstil, eine Dagegen-Partei, einfach irgendwie so ein Gefühl? „Die Grünen sind das Allerletzte“ ist der erste Beitrag in „Die Grünen – das Buch“ überschrieben. Geäußert hat dies ein Jugendlicher. Und das – der Leser ahnt es – nicht gestern, sondern Mitte der 80er Jahre, als die Partei noch als Bürgerschreck oder zumindest als uncool durchfiel.
Vergangene Zeiten. Wohl keine Randpartei hat sich so schnell in der Republik etabliert wie die einst zauselige Ökotruppe. Und das, obwohl bis heute keine solche Widersprüche in sich trägt: Fundis und Realos, Protestbewegung und Machtpolitik, Pazifismus und Kriegseinsatz, Hybris und Selbstzweifel, Kopf und Bauch. „Die Grünen – das Buch“ verfolgt die Spur, die dieser außergewöhnliche Haufen bisher in der deutschen Geschichte hinterließ. Es vereint dafür ausgewählte Reportagen, Interviews und Kommentare aus der „Zeit“ und dem „Zeit Magazin“ seit 1979. Die einzelnen Kapitel hinterfragen das Verhältnis der Grünen zum Zeitgeist, zum Protest, zum Krieg, zur SPD, zu Joschka Fischer, zu ihrem Aufstieg und ihrer Zukunft. Herrlich hintersinnig-sinnlose Infografiken – etwa zur zu- und abnehmenden Leibesfülle Fischers – ergänzen das unterhaltsame Lesebuch.
Wer also sind die Grünen? Nach der Lektüre meint man: Die Grünen waren und sind ein Sehnsuchtsort ganz unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Utopien, menschlicher Wünsche und Hoffnungen. Denn sie versprechen eine bessere, eine friedlichere und gerechtere Welt. Eine Welt, in der irgendwie alle dazugehören und sich wohlfühlen können. Mehr denn je sind sie damit ins Zentrum deutscher Befindlichkeiten gerückt. Gerade in solch krisengeschüttelten Zeiten wie den unseren kann sich damit doch eigentlich jeder anfreunden … so irgendwie jetzt, oder?

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