Die digitale Gesellschaft. Netzpolitik, Bürgerrechte und die Machtfrage.

Preis

14.90€

Verlag

dtv premium

Autor

Markus Beckedahl, Falk Lüke

Magazin

D ie These dieses Buches: Die digitale Vernetzung wird ein dominanter Gestaltungsfaktor der deutschen Gesellschaft. So abgedroschen die Botschaft, so gut ist ihre Erläuterung in „Die Digitale Gesellschaft“.
Die Autoren, Markus Beckedahl, ein bekannter Blogger, und Falk Lüke, ein netzaffiner Journalist, brechen das komplexe Thema geschickt herunter. Sie bieten dem Leser einen leicht verständlichen Rundgang über die Hauptkonfliktfelder des digitalen Wandels: die Formung einer neuen Öffentlichkeit, Datensicherheit- und freiheit, Wissensvernetzung und der Einfluss des Digitalen auf die Wirtschaft. Das Buch hilft, den Wandel zu verstehen, in dem es mit zahlreiche Fallbeispielen dessen Probleme aufzeigt, was sich gut liest und funktioniert. Warum das Prinzip der „allwissenden Müllhalde“ (gemeint ist Wikipedia) die Blaupause moderner Wissensvermittlung ist, wird deutlicher, wenn man vom Scheitern des Vorgängers Nupedia weiß.
„Die Digitale Gesellschaft“ ist dabei Sachbuch und Streitschrift in einem. Für das Autorenduo ist das Digitale die Offenbarung, um die Demokratie im 21. Jahrundert weitzerzuentwicklen. Beide wünschen sich das, was meistens unter dem Label „offene Bürgergesellschaft“ läuft. Eine liberale Demokratie, in der das Digitale Garant gegen Machtmissbrauch ist. Der Wandel dorthin hat für Beckedahl und Lüke noch erhebliche Defizite. Die Hauptprobleme: Eine politische Klasse, die nur schleichend Zugang zur „neuen Realität“ findet. Dazu kommt die natürliche Angst dieses Leviathans vor dem Machtverlust. Denn der digitale Trend bedeutet Machtstreuung. Erst die Vernetzung ermöglicht überhaupt erst Open Government.
Das Fazit der Autoren: Weiteres Bürgerengagement ist nötig, auf dass die digitale Offenbarung voranschreite. Ein Manko des Buches: Die auf dem Cover beworbene Machtfrage bleibt bei allem Engagement der Verfasser leider immer nur vage. Überhaupt ist der Anspruch des Buches, Grundlagen für eine kommende digitale Gesellschaft aufzuzeigen, etwas zu hochgegriffen. Beckedahl und Lüke bieten eher Denkanstöße, derer aber gute und zahlreiche.

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