Zwei Männer stehen in einem Raum mit großen Fenstern und rotem Vorhang, einer spricht mit Mikrofon, der andere hört zu.
Berliner Bühne

Blaue Stunde von The Partners und Pan Am Lounge mit Björn Böhning

„Zufriedenheit wächst aus dem, was man geleistet hat – und aus der Lust auf mehr.“

Der Satz ist mehr als ein pointiertes Zitat. Er beschreibt, wie Regieren in schwierigen Zeiten funktionieren muss: liefern, einordnen, weiterdenken.

So formulierte es Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen und Mitglied des Koalitionsausschusses, während der Blauen Stunde am 23.02. in der Pan Am Lounge in Berlin. Nach einer Einführung von Natascha Bonnermann (Pan Am Lounge) und Torsten Albig (PMI) moderierte Michael Wedell (The Partners) die angeregte Diskussion. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter schwierigen globalen Rahmenbedingungen sichern lassen.

Böhning skizzierte, was die Koalition in kurzer Zeit auf den Weg gebracht habe: eine Unternehmenssteuerreform, einen Deutschlandfonds für private Investitionen, ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur sowie zwei Haushalte in einer außergewöhnlichen Lage.

Zugleich benannte er die strukturellen Herausforderungen offen: den schwächelnden Absatzmarkt in China, Produktivitätsdefizite, dauerhaft höhere Energiepreise und einen über Jahre aufgelaufenen Investitionsstau.

Der entscheidende Hebel sei Wachstum. Öffentliche Investitionen müssten private Investitionen im Verhältnis 1:3 bis 1:5 mobilisieren. Mehr Potenzialwachstum entstehe vor allem durch ein höheres Arbeitsvolumen – etwa durch eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie durch qualifizierte Zuwanderung.

Mit Blick auf Ostdeutschland betonte Böhning zudem die politische Dimension wirtschaftlicher Entwicklung: Wer das Gefühl habe, nicht gehört zu werden, ziehe sich aus dem öffentlichen Diskurs zurück. Wirtschaftliche Perspektiven, attraktive Regionen und sichtbare politische Präsenz seien daher keine Nebensache, sondern eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Auch Unternehmen sieht er in der Verantwortung. „Stay out of politics“ sei der falsche Ansatz. Wirtschaftliche Stärke und Standortattraktivität seien kein Selbstzweck, sondern ein Beitrag zur Stabilität der Demokratie.

Der Abend war geprägt von klaren Analysen, offenen Antworten und einer nüchternen Einordnung der wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Lage. Mehr als 100 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.

Datum

Veranstaltungsort

Pan Am Lounge

Fotos

Maria Heider / Magdalena Prettenthaler