Zehn Tage vor der baden-württembergischen Landtagswahl hat die Bremer PR-Agentur Red Pepper untersucht, wie die Plakate der einzelnen Parteien unterbewusst bei den Wählern ankommen. Die Agentur konzentrierte sich dabei auf Plakate, die sich um das Thema Bildung drehten. Wichtigstes Ergebnis: Während die Parteien mit ihren Kampagnen auf der bewussten Ebene fast immer die gleichen Ziele verfolgen, beispielsweise "gute Bildung" (CDU), "Kleine groß rausbringen" (Grüne) oder "gute Schule" (SPD), nehmen die Wä¤hler unbewusst ganz andere Botschaften wahr.
So rückt die CDU zwar Kinder mit unterschiedlicher Hautfarbe in den Mittelpunkt ihrer Kampagne und setzt damit auf Integration und Toleranz - die Wähler denken bei dem Motiv jedoch an Disziplin, Fleiß und Ordnung. "Nirgendwo ist die Diskrepanz zwischen expliziter Aussage des Wahlplakats und impliziter Wahrnehmung größer als bei der CDU", so die Macher der Studie. Das SPD-Motiv hingegen soll Assoziationen wie Familie, Gerechtigkeit und Neugier wecken - diese Nachricht kommt im Unterbewusstsein der Wähler an. Denn die Sozialdemokraten setzen auf soziale Werte, die den Wurzeln der Partei entsprechen. Die Studienmacher sprechen hier von einer "stimmigen" Wirkung.
Auffallend: Im Gegensatz zur CDU schaffen es die Grünen mit ihrem Plakat, nicht nur eigene Wähler anzusprechen, sondern auch Wechselwähler. "Die Grünen sind - ob sie wollen oder nicht - zu einer Volkspartei geworden, während die frühere Volkspartei CDU sich auf impliziter Ebene radikal auf die Ansprache ihrer Kernzielgruppe zurückgezogen hat."
Donnerstag, 17. März 2011 um 19:13
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