Mehrere Mitglieder des EU-Parlaments stehen im Zentrum eines Lobby-Skandals: Journalisten der britischen Zeitung "Sunday Times" hatten sich als Lobbyisten ausgegeben und versucht, EU-Parlamentarier mit hohen Summen zu ködern. Tatsächlich gingen drei von 60 Abgeordneten auf das Angebot ein: der ehemalige österreichische Innenminister Ernst Strasser, der ehemalige Außenminister Sloweniens, Zoran Thaler, und Adrian Severin, der von 1996 bis 1997 rumänischer Außenminister war. Für 100.000 Euro waren alle drei offenbar zu einem Jahr Lobbyarbeit bereit. Strasser und Thaler haben ihre Mandate mittlerweile zurückgegeben, Severin lehnt einen Rücktritt bislang ab.
Die "Sunday Times" berichtet, dass die Volksvertreter in der Folge anscheinend bereit waren, "bestellte" Gesetzesänderungen auf den Weg zu bringen. Die Zeitung hat bereits angekündigt, Videomaterial und Rechercheunterlagen zur Verfügung zu stellen.
"Wir wollen das in frühestens drei Tagen, spätestens zwei Wochen geprüft haben", sagte Parlamentssprecher Jaume Duch. "Stellen wir Korruptionsverdacht fest, leiten wir unsere Ergebnisse an das europäische Amt für Betrugsbekämpfung weiter." Zuständig für die hausinterne Durchsuchung sei Parlaments-Vizepräsidentin Diana Wallis. Sie werde "alles tun, um das Fehlverhalten aufzuklären".
Dienstag, 22. März 2011 um 14:58
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