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Foto: Thinkstock/ShadeON
Serie How to ... Digital Public Affairs, Teil 7

Mehr Transparenz dank digitaler Kanäle

Welche digitalen Tools und Trends bestimmen die Public Affairs? In einer neunteiligen Serie liefern Experten einen Überblick über den State of the Art. Teil 7: Wie man digitale Medien für responsible lobbying nutzt.

von Michael Wedell

"Lieber Geld verlieren als Vertrauen." Schon Robert Bosch wusste, wie sehr dem eigenen Handeln die Grundlage entzogen sein kann, wenn Vertrauen fehlt. Das gilt umso mehr für die Art und Weise, wie wir uns als Interessenvertreter im Berliner Betrieb verhalten.

Nun sagt sich das so leicht. Die Frage ist, wie wir Vertrauen im konkreten beruflichen Alltag schaffen. Hilfreich ist das Konzept des responsible lobbying, der verantwortlichen Interessenvertretung. Der Unterschied zum klassischen Lobbying liegt in den Prozessen wie auch in den Inhalten. Die Prozesse sind durch ein hohes Maß an Transparenz gekennzeichnet: Die eigenen Ziele sowie deren Durchsetzungsmethoden sind klar erkennbar; gegenüber allen Gesprächspartnern werden die gleichen Botschaften kommuniziert. Wir leben dies auch durch unser "digitales Hauptstadtbüro" – bei dem man auf Berliner und Brüsseler Bühne transparent und ohne Zugangsbeschränkungen einen Einblick in unsere Themen kriegt und Informationen über die Personen erhält, die Lobbying machen. Die Inhalte des responsible lobbying orientieren sich an gesamtgesellschaftlichen Zielen und dienen eben nicht dem Erwerb von Privilegien zu Lasten Dritter. Vielmehr stehen sie mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens im Einklang. So kann ein langfristiges Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Allerdings ist das nicht nur einseitig zu verstehen. Verantwortliche Interessenvertretung braucht Politik, die Transparenz ernst meint. Es darf nicht nur um den einen Teil der Akteure gehen, die am Prozess beteiligt sind.

Den ersten Teil der Serie, "Der CEO als Wahlkämpfer", finden Sie hier.

Hier geht es zum zweiten Teil der Serie: "Politische Botschaften brauchen ein Gesicht".

Teil 3: Endlich raus aus der digitalen Steinzeit!

Teil 4: Denken Sie wie ein Marketer!

Teil 5: Daten gehören ins Zentrum jeder Kommunikationsstrategie!

Teil 6: Für lange Freigabeschleifen ist keine Zeit!

Michael Wedell

Leiter Konzernkommunikation und Politik bei Metro. (Foto: Metro/J.Fischnaller)