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Serie How to ... Digital Public Affairs, Teil 9

Im ersten Schritt muss eine Webseite her

Welche digitalen Tools und Trends bestimmen die Public Affairs? Letzter Teil unserer neunteiligen Serie: Digitale Kanäle eignen sich besonders, um Informationen transparent und unkompliziert zur Verfügung zu stellen.

von Stefan Mai

Die Finanzbranche steht mit ihrer Interessenvertretung vor besonderen Herausforderungen: Reputation und öffentliche Legitimität sind auch weit nach der Finanzkrise auf einem Tiefpunkt. Breiten Teilen der Bevölkerung und der Politik fehlt Vertrauen in Unternehmen und Produkte. Wir können daher bei der Public-­Affairs-Arbeit nicht einfach weiter machen wie bisher. Es geht darum, neben dem Themenschwerpunkt Regulatorik die politische Kommunikation in den Mittelpunkt zu rücken. Wir müssen Vertrauen wiederherstellen und erhalten.

Digital Public Affairs ist dafür ein geeigneter Kanal: Wir können neue Zielgruppen ansprechen, unkompliziert Informationen zur Verfügung stellen, Entscheidungsträger direkt erreichen und zeitig auf neue Entwicklungen reagieren. Über digitale Kanäle können wir Stakeholdern erklären, wie und warum wir Lobbyarbeit betreiben. Wir arbeiten nicht im Hinterzimmer, wir machen unsere Arbeit transparent und nachprüfbar. Ich sehe für Public Affairs in der Finanzbranche mehr Chancen als Risiken. Dabei ist es wichtig, früh zu reagieren und eine einfache Sprache zu sprechen.

Zum Einstieg in die digitale Public-Affairs-Arbeit sehe ich eine Webseite als geeignetes Informationsmedium. In weiteren Schritten können soziale Medien hinzukommen, welche von politischen Akteuren aber eher begrenzt genutzt werden. Wir behalten dies aber im Blick, immer das Ziel vor Augen, neben der Fokussierung auf Regulatorik, grundsätzliche Erwartungen der Politik und Bevölkerung an die Finanzbranche zu adressieren. Die Public-Affairs-Arbeit erreicht damit ein neues Level. Digital Public Affairs ist für uns nicht Mittel zum Zweck, sondern essenzieller Bestandteil für die Zukunft.

Den ersten Teil der Serie, "Der CEO als Wahlkämpfer", finden Sie hier.

Hier geht es zum zweiten Teil der Serie: "Politische Botschaften brauchen ein Gesicht".

Teil 3: Endlich raus aus der digitalen Steinzeit!

Teil 4: Denken Sie wie ein Marketer!

Teil 5: Daten gehören ins Zentrum jeder Kommunikationsstrategie!

Teil 6: Für lange Freigabeschleifen ist keine Zeit!

Teil 7: Mehr Transparenz dank digitaler Kanäle

Teil 8: Nutzt Plattformen zur Kollaboration!

Stefan Mai

ist Leiter Vorstandsstab & Head of Public Affairs der Union Asset Management Holding. (Foto: Privat)