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Foto: Tobias Pietsch; Illustration: Thinkstock/Adelos; Montage: Janice Arpert
Essay

Ich hab Bock auf Quote!

In unserer Themenausgabe "Frauen und Macht" plädierte die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Albsteiger gegen eine gesetzliche Frauenquote. Die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann erklärt nun, warum sie die Quote für notwendig hält. Eine Replik.

von Johanna Uekermann

Chefin zu werden, ist für Frauen bislang kein einfaches Unterfangen. In Aufsichtsräten und Gremien muss man sie mit der Lupe suchen. Deshalb hat die SPD dafür gesorgt, dass die Frauenquote im Koalitionsvertrag steht. Und deshalb setzt Manuela Schwesig – endlich eine Frauenministerin! – diesen Punkt derzeit um.

Quotengegner betonen gebetsmühlenartig, dass Frauen doch schon längst alles erreichen können, was sie wollen. Die Quote hingegen mache sie zu "Quotenfrauen" und stempele sie ab. Manche Unions-Politiker halten Frauen für eine Belastung der Wirtschaft. Die CSU versucht, die Quote nun mit juristischen Winkelzügen zu verhindern, nachdem sie im Koalitionsvertrag ihren Willen nicht durchsetzen konnte. Ich sage: Es ist an der Zeit, eine Lanze für die Quote zu brechen.

Ich habe Bock auf die Quote, weil sie der einzige Weg ist, Frauen gleichberechtigt an Führungspositionen zu beteiligen.
Ich habe Bock auf die Quote, weil Vorbilder wichtig sind. Nur wenn junge Frauen das Gefühl haben, wirklich etwas erreichen zu können, trauen sie sich auch etwas zu.
Ich habe Bock auf die Quote, weil es zu viele talentierte und qualifizierte Frauen gibt, die sonst nie zum Zuge kommen.

Frauen verdienen Gleichberechtigung. Und dafür brauchen wir die Quote. So einfach ist das. Der von Ministerin Manuela Schwesig vorgelegte Gesetzentwurf ist nicht das Gelbe vom Ei. Ich bin der Meinung, wir brauchen eine Frauenquote und keine Geschlechterquote. Denn es sind Frauen, die benachteiligt werden. Auch finde ich, dass 30 Prozent zu wenig sind. Ich möchte echte Parität und das bedeutet nun mal die Hälfte aller Führungspositionen. Ich hätte es besser gefunden, wenn neben den Aufsichtsräten auch alle anderen Ebenen einen höheren Frauenanteil anstreben müssten. Denn nur dann wäre der Weg nach oben für Frauen wirklich frei.

Trotzdem unterstütze ich die Einführung der Quote. Sie ist ein erster Schritt und sie ist zwingend notwendig. Selbstverpflichtungen bringen nichts, das zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre. Genug Verbündete gibt es. Manchmal sind sie aber etwas zu leise. Also liebe Frauen und Männer: Steht auf und seid laut, damit wir die Quotengegner endlich überzeugen!

Lesen Sie auch Katrin Albstiegers Plädoyer gegen die Frauenquote.

Johanna Uekermann

stammt aus dem niederbayerischen Straubing und trat mit 14 Jahren der SPD bei. Von 2011 bis 2013 war sie Stellvertreterin des damaligen Juso-Bundesvorsitzenden Sascha Vogt. Im Dezember 2013 setzte sich Uekermann in einer Kampfabstimmung um den Juso-Bundesvorsitz durch. Seit Januar 2014 ist sie Referentin für Europafragen beim SPD-Bundestagsabgeordneten Axel Schäfer.