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Foto: Laurin Schmid
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Die ehemaligen Jobs der Parlamentarier

Immobilienverwalterin, Supermarktleiter, Paketbotin: Viele Bundestagsabgeordnete haben eine berufliche Vergangenheit, die wenig mit der großen Politik zu tun hat. Manche haben gut verdient, andere mussten knapsen. Wir haben fünf von ihnen in ihrem früheren Umfeld getroffen und mit ihnen über Geld gesprochen.

Redaktion

Als Supermarktleiter habe er in den Siebzigern 5.000 DM verdient, erzählt Wolfgang Bosbach (CDU) beim Einkauf im Edeka Budie in Berlin. In der Schlange wird er schon mal ungeduldig: "Wenn mich eins auf die Palme bringt, dann ist es der Versuch, 1,85 Euro mit Karte zu bezahlen."

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Saskia Esken (SPD) hat viele Berufe ausgeübt, bevor sie in den Bundestag einzog. Direkt nach dem Abitur arbeitete sie ein Jahr lang als Paketbotin bei der Post. "Die Paketgebühr lag
bei 2,20 DM und viele rundeten auf", erinnert sie sich. "So kam zum Lohn ein ordentliches Trinkgeld dazu."

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Carsten Schneider (SPD), hier am Geldautomaten im Untergeschoss des Reichstagsgebäudes, machte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Bankkaufmann. "Gutes Renommee und Auskommen – das war ein Sechser im Lotto." Dass bei Fremdabhebungen Gebühren anfallen, findet er gerechtfertigt: "Der Betrieb eines Automaten ist teuer, damit verdient eine Bank nichts."

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1982 bis 1985 managte Claudia Roth (Grüne) die Band "Ton Steine Scherben". "Ein Gehalt habe ich nicht bekommen, aber ich war kranken- und rentenversichert", erinnert sie sich am seit 1971 "selbstverwalteten" Rauch-Haus in Berlin-Kreuzberg, über das die Band auch einen Song schrieb. "Wir lebten von der Hand in den Mund. Am Wochenende brauchten wir das Flaschenpfand."

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Christina Schwarzer (CDU) war am Potsdamer Platz als Immobilienverwalterin tätig. Ihre Kunden: "Vom kleinen Büromieter bis zum Millionär mit Eigentumswohnung". Davor arbeitete sie bei einem auf Mietrecht spezialisierten Anwalt: "In zehn Jahren konnte ich einmal etwas pfänden."

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