Essen (ots) - Das Ziel klang ehrenwert. Vor Spielsucht und
Abhängigkeit wollten die 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer die
Deutschen angeblich schützen, als sie 2007 den
Glücksspielstaatsvertrag unterzeichneten. Alles Heuchelei. Die
private Konkurrenz wollte man sich vom Hals schaffen, statt ihr mit
eigenen Ideen Paroli zu bieten. Wie sonst lässt sich erklären, dass
fleißig weiter geworben wurde für Lotto, Glücksspirale & Co. Oder
dass die - für Vater Staat extrem rentablen - Spielautomaten und
Kasinos weitgehend unangetastet blieben, obwohl sie nach Ansicht der
meisten Experten ein weitaus höheres Suchtpotenzial besitzen.
Doch die Rechnung ist nicht aufgegangen. Konnte sie auch gar
nicht, in Zeiten, in denen in Europa immer mehr Grenzen fallen und es
mit dem Internet ein Medium gibt, das erst gar keine Beschränkungen
kennt. So war das nächste Wettbüro immer nur ein paar Mausklicks weit
entfernt. Ohne dass der Staat irgendetwas kontrollieren oder lenken
konnte. Und schlimmer noch: ohne dass er daran etwas verdiente.
Deshalb ist es gut, dass der Europäische Gerichtshof nun endlich die
Richtung vorgegeben hat. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die
Ministerpräsidenten unterwegs nicht wieder verlaufen.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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