Essen (ots) - Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU)
weist die Verantwortung für die Katastrophe der Loveparade im
Interview mit den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Donnerstagausgabe)
von sich. Gleichzeitig bittet er die Familien der Opfer um
Entschuldigung für die Fehlinformation, ihre Angehörigen wären bei
der Flucht aus der Massenpanik zu Tode gestürzt. Er habe diese
Meldung nur weitergereicht. "Diese Aussage war definitiv falsch und
ich entschuldige mich für diese Aussage bei allen, vor allen bei den
Angehörigen der Opfer." Er habe Meldungen weitergegeben, die Ärzte
dem Krisenstab gegeben hätten.
Eine direkte Mitschuld am Loveparade-Destater wies Adolf Sauerland
von sich: "Persönliche Verantwortung kann es nur geben, wenn es
ungerechtfertigte Eingriffe in den Prozess gegeben hätte. Diese gab
es aber nicht." Sauerland sagte, am Ende habe die ganze Verwaltung
dem Sicherheits- und Veranstaltungskonzept zugestimmt. "Jetzt gilt es
zu klären, ob die Verwaltung Fehler gemacht hat, oder ob sie falsch
informiert wurde."
Er trage politische Verantwortung, "nicht nur weil ich als einer
von 75 Ratsherren dafür gestimmt habe, dass wir als Duisburger die
Loveparade wollen." Weiter sagte der Oberbürgermeister, er klebe
nicht an seinem Stuhl. Aber aus "Pflichtbewusstsein" wolle er nicht
zurücktreten, sondern dabei helfen, das Loveparade-Desaster
aufzuklären.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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