Bielefeld (ots) - Der Schritt war längst überfällig - und kommt
doch überraschend. Arminia Bielefeld hat sich von Thomas Gerstner
getrennt, dem Trainer, der aus einem zu Saisonbeginn noch
aufstiegsorientierten Team eine Mannschaft geformt hat, die mit ihrem
Fußball die eigenen Fans zuletzt gefoltert hat. Und das war schlimmer
als das Abrutschen von der Tabellenspitze.
Trainerwechsel bei Arminia haben Methode - alle Vorgänger Gerstners
aber hatten im Gegensatz zu dem jetzt freigestellten
Chefcoach-Neuling Meriten für Bielefeld vorzuweisen. Michael
Frontzeck, der ein moralisch am Boden liegendes Team wenigstens für
ein Jahr zum Klassenerhalt führte. Ernst Middendorp als
Jahrhunderttrainer, der es sich in der Schlussphase seines Wirkens
mit dem kompletten Profikader verdorben hatte. Thomas von Heesen, der
Aufstiege als Spieler, Trainer und Geschäftsführer feierte, ehe ihn
das Glück verließ. Benno Möhlmann, der trotz heftigster interner
Kämpfe mit der Finanz-Geschäftsführung immer ein loyaler und
sympathischer Vertreter seiner Zunft blieb.
In der Auflistung fehlt der Name Uwe Rapolder. Der einzige Trainer,
der in diesem Jahrhundert den DSC aus eigenem Antrieb verlassen hat,
weil ihn das in Köln munter sprudelnde Geld mehr reizte als der
Erfolg in Bielefeld. Ob dem Coach bei Arminia dieses Verhalten
verziehen ist? Auf jeden Fall muss - wenn schon nicht der
Original-Rapolder - ein ähnlicher Trainertypus her, um den Umschwung
einzuleiten.
Originaltext: Neue Westfälische
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