Bielefeld (ots) - Der liberale Gesundheitsminister wird von der
Wirklichkeit eingeholt - und reagiert mit altbekannten Rezepten.
Deren Risiken und vor allem Nebenwirkungen hat er offenbar noch nicht
ausreichend studiert: Zuletzt im Jahr 2005 hat die Politik mit dem
Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz versucht, die
Pharmabranche an die Kette zu legen. Deren erstes Glied: ein
Preismoratorium. Von Mai 2006 bis Mai 2008 galt für
verschreibungspflichtige Medikamente ein Preisstopp. Das half. Aber
nur vorübergehend. Nach dem Ende des Preisstopps im Jahr 2008 stieg
zum Beispiel der Preis des Multiple-Sklerose-Medikaments Betaferon
der Firma Bayer Schering Pharma AG noch im selben Jahr um satte 18
Prozent. Trotz aller Krokodilstränen: Mit einem Preismoratorium weiß
die Industrie umzugehen. Der Impfstoff gegen die saisonale Grippe -
nein, nicht die Schweinegrippe! - wurde von 2006 bis 2010 um fast 90
Prozent teurer. Am Eierpreis kann das nicht gelegen haben, wohl eher
daran, dass die Impfung eine Kassenleistung für alle wurde. Mit den
alten Rezepten wird Philipp Rösler scheitern. Mal sehen, was ihm
einfällt.
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