Bielefeld (ots) - Schon bei den vorherigen Verkürzungen hatte es
einen Aufschrei gegeben, dass dies das Ende des Zivildienstes sei.
Doch das ist bislang nicht eingetreten.
Die Verkürzung auf sechs Monate Wehrersatzdienst kann aber dazu
führen, dass sich Einrichtungen vermehrt dagegen entscheiden,
Zivildienstleistende einzusetzen. Weil sich zwar die Zeit verkürzt,
die der Zivi einsetzbar ist, nicht aber jene, die benötigt wird, um
ihn in die teils schwierige Materie einzuarbeiten. Gerade die Arbeit
mit Demenzkranken oder Menschen mit Behinderung erfordert eine
erhöhte Sensibilisierung.
Sind die Pläne der Union realisierbar und lassen sich die verkürzten
Einsatzzeiten der Zivis problemlos durch eine freiwillige
Verlängerung ausgleichen, so bleiben den Betreuten zumindest die
Bezugspersonen erhalten, die für sie so nötig sind. Den jungen
Männern ermöglicht es auf der anderen Seite, an ihren Erfahrungen zu
reifen.
Wünschenswert ist, dass durch die Verkürzung mehr Vollzeitplätze frei
werden für gut ausgebildete Pflegekräfte. Dann können die Zivis und
freiwilligen Kräfte auch weiterhin die Arbeiten übernehmen, für die
sonst im Tagesablauf keine Zeit besteht. Ausführliche Gespräche oder
ein längerer Spaziergang mit betreuten Menschen zum Beispiel.
Originaltext: Neue Westfälische
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