Braunschweig (ots) - Die Stiftung "Flucht, Vertreibung,
Versöhnung" der Bundesregierung kommt auch nach der Beilegung des
Streits um den Stiftungsrat und Erika Steinbach nicht zur Ruhe.
Nachdem in dieser Woche gleich zwei Mitglieder des wissenschaftlichen
Beraterkreises der Stiftung ihren Hut nahmen, machen sich die
Parteien gegenseitig Vorwürfe.
Jochen-Konrad Fromme (CDU) zählt zu den Gründungsmitgliedern im
Stiftungsrat. Er musste seinen Platz räumen, da er nicht mehr in den
Bundestag gewählt wurde. Fromme sagt: "Die SPD hat die Stiftung und
die geplante Ausstellung zu Flucht und Vertreibung im und nach dem
Zweiten Weltkrieg nie gewollt. Die SPD hat das im Rahmen der
Koalitionsverhandlungen im Jahr 2005 geschluckt. Sie hat aber ständig
die Polen animiert, gegen das Projekt zu schießen. Jetzt in der
Opposition steckt die SPD in einer wahren Anti-Haltung."
Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hält dagegen:
"Herr Fromme redet Unsinn. Ich selbst habe mit Bundestagspräsident
Norbert Lammert das Projekt ins Leben gerufen." Störmanöver seien
nicht von der SPD, sondern vom BdV und ihrer Vorsitzenden gekommen.
Das Projekt dürfe nicht zum verlängerten Arm des BdV werden, sagt
Thierse, stellvertretendes Mitglied im Stiftungsrat.
Für die Neubesetzung des Beirates hat die SPD offenbar genaue
Vorstellungen, will die Wunschkandidaten aber noch nicht nennen. Der
Stiftungsrat ist ausschließlich mit Deutschen besetzt. Damit die
geplante Ausstellung auch international Beachtung finde, sollen die
ausgetretenen Mitglieder im Beirat möglichst wieder durch Ausländer
ersetzt werden. Thierse gibt schon einmal eine Stellenausschreibung
heraus: "Es sollen seriöse, unabhängige und kritische Wissenschaftler
sein." Für die Zukunft der Stiftung befürchtet Thierse wegen der
anhaltenden Querelen "gefährliches Fahrwasser".
Originaltext: Braunschweiger Zeitung
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