Rostock (ots) - Es ist der Mut eines kühlen Pragmatikers und von
düsteren Zahlen getriebenen Haushälters, der den
Bundesgesundheitsminister dazu bringt, bei der mächtigen
Pharmaindustrie Einsparpotenziale zu erschließen. Angesichts des 2010
erwarteten wesentlich höheren Defizits des Gesundheitsfonds wäre das
ein wichtiger, aber kein hinreichender Beitrag.
Schon Röslers Amtsvorgänger haben immer wieder versucht, den
Drachen Pharmaindustrie zu bändigen. Von Horst Seehofer bis Ulla
Schmidt wurde dabei sogar ein stattliches Arsenal von
kostendämpfenden Instrumenten eingeführt, etwa vorgeschriebene
Festbeträge und Rabatte. Doch die Konzerne fanden immer wieder Mittel
und Wege, all zu große Einschränkungen zu umgehen. Auch Rösler will
der vielköpfig aufgestellten Pharmabranche höchstens mit ein paar
Daumenschrauben drohen. Ein brutaler Drachenbändiger ist der
charmante FDP-Minister deshalb nicht.
Originaltext: Ostsee-Zeitung
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