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Wenn Hände sprechen


Ausdrucksvolle Gestik: FDP-Generalsekretär Christian Lindner



Was ein Fotograf bei Interviews mit Politikern erlebt – und was er sich von ihnen wünscht.

Für ein Interview braucht es eine Person, die fragt, und eine Person, die antwortet. Manchmal, wenn Vertreter der Printmedien das Interview führen, gibt es auch noch eine dritte Person, die schweigt und fotografiert. Die Fotos sollen später dazu dienen, das gedruckte Interview mit netten optischen Elementen zu dekorieren, die den Zeitungskäufer dazu animieren sollen, schließlich auch zum Leser des Interviews zu werden. Manchmal dienen die Fotos auch als Beweis dafür, dass das Interview tatsächlich als Gespräch stattgefunden hat – und nicht nur via Pressestelle.

Leider sind die Begebenheiten vor Ort jedoch nicht immer dazu angetan, die Wünsche – oder besser: die Träume – der Fotoredaktionen zu erfüllen. Besprechungszimmer und Büros sind nun mal keine Fotostudios; nicht, was die Größe anbelangt, und schon gar nicht, was die Beleuchtung anbelangt, und außerdem sind Interviewpartner aus Politik und Wirtschaft ja keine Fotomodelle.

Aber dafür ist der Fotograf verhältnismäßig dicht dran, und die fotografierte Person ist in aller Regel mit dem Interview so beschäftigt, dass weitgehend ungestellte Bilder entstehen. Aus den Räumlichkeiten kann der Fotograf das Bestmögliche machen, wenn er die Sitzplätze der Teilnehmer bestimmen kann und mit einer kleinen Blitzanlage für eine passable, eventuell sogar spannende Beleuchtung sorgt.

Im Idealfall ist das Interview reich an Gestik und Mimik. Hände sollen in der Luft herumwirbeln, der Gesichtsausdruck soll nachdenklich oder aufmerksam oder sonstwie sein, damit das Gesagte ausdrucksstark unterstrichen wird. Hauptsache lebendig.

Seit gut 15 Jahren buchen Tageszeitungen und Magazine mich als Fotografen für Interviews. Dabei ist kaum ein Interviewpartner wie der andere: Manche sitzen gerade wie eine Eins am Besprechungstisch, wie zum Beispiel Guido Westerwelle. Andere fläzen sich gemütlich in die Sofaecke, wie sein Amtsvorgänger Joschka Fischer.

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