Symbolfigur chinesischer Kultur: Konfuzius
Wegen der Menschenrechtslage ist China Kritik ausgesetzt – doch gelingt es der asiatischen Großmacht immer besser, mit der chinesischen Kultur international für ihr Image zu werben.
Ein Essay von Falk Hartig.
Als die chinesische Führung Anfang April 16 Webseiten sperrte, um der weiteren Verbreitung von „Internetgerüchten und Lügen“ entgegen zu wirken, wurde wieder einmal deutlich, wie Regierungskommunikation innerhalb Chinas funktioniert - oder eben auch nicht. Diese „notwendige Säuberungsaktion“ (so das Parteiorgan „Volkszeitung“) folgte, nachdem Ende März im Internet tagelang Gerüchte die Runde machten, wonach es in Peking im Zuge interner Parteimachtkämpfe zu einem Putsch gekommen sein sollte. Die Mutmaßungen waren auch deshalb so wild, weil die alleinherrschende Kommunistische Partei ihre Untertanen traditionell darüber im Unklaren lässt, was ihre Führer so treiben. Diese Intransparenz, auch und gerade in Personalfragen, führt nach wie vor dazu, dass Chinesen den Status der Führungsmannschaft daran ablesen, wer in den Fernsehnachrichten auftaucht und wer nicht.
Während Peking daheim mit den altbewährten Kommunikationsmitteln kommunistischer Prägung agiert, also einerseits Schweigen und andererseits Zensur und Gängelung der Medien, zeigt sich die Volksrepublik auf internationaler Bühne erstaunlich kreativ, wenn es darum geht, mit der Weltöffentlichkeit zu kommunizieren, um das Image des Landes zu verbessern. Für seine Public Diplomacy, also die Kommunikation mit der Bevölkerung anderer Länder, nutzt Peking prinzipiell die gleichen Instrumente wie andere Regierungen, also die klassischen Medien und das Internet, Kulturveranstaltungen, Austauschprogramme oder Großveranstaltungen wie die Olympischen Spiele 2008 in Peking oder die Weltausstellung 2010 in Shanghai.
Geballte Medienmacht
Seit dem Jahr 2009 hat die chinesische Regierung rund 8,7 Milliarden US-Dollar in die vier großen staatlichen Medienbetriebe investiert: die Nachrichtenagentur Xinhua, den Fernsehsender CCTV, den Radiosender CRI und die englischsprachige Tageszeitung „China Daily“. Die Zeitung hat seit 2009 eine eigene US-Ausgabe und veröffentlicht seit Dezember 2010 eine europäische Wochenausgabe. Im Juli 2009 startete CCTV sein arabisch-sprachiges Programm und sendet nun in fünf Fremdsprachen (auch in Englisch, Russisch, Spanisch und Französisch). CRI berichtet sogar in 43 Fremdsprachen und Dialekten. Die Agentur Xinhua hat weltweit rund 400 Korrespondenten in 117 Büros, bis 2020 sollen es bis zu 180 Außenposten werden. Außerdem verfügt sie seit Sommer 2010 über einen eigenen englischsprachigen Fernsehsender. Mit ihren Angeboten bedient die Agentur, die direkt dem Propagandaministerium untersteht, weltweit rund 80.000 Kunden. Erfolgreich ist Xinhua insbesondere in Entwicklungsländern, da die Agentur ihre Dienste wesentlich günstiger als die westlichen Konkurrenten anbietet. Und können Kunden gar nicht bezahlen, dann bietet Xinhua Inhalte, Ausrüstung und technische Unterstützung auch gratis an. Allerdings hat diese Medienoffensive vor allem im Westen das Problem, dass sie – oftmals berechtigt - im Verdacht steht, bloßes Propagandainstrument der kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zu sein.
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