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„Ich simse auch zurück“




Annegret Kramp-Karrenbauer folgte im Mai als Vorsitzende der Saar-CDU auf Peter Müller, von dem sie am Mittwoch auch das Ministerpräsidentenamt übernehmen soll. p&k sprach mit ihr über diskussionsmüde Parteien, die Atomfrage – und SMS der Kanzlerin.

p&k: Frau Kramp-Karrenbauer, Sie sind derzeit Ministerin für -Arbeit, Familie, Soziales, Prävention und Sport, davor waren Sie Ministerin für Inneres, Familie, Frauen und Sport, davor für Inneres und Sport …
Annegret Kramp-Karrenbauer: Dazwischen noch Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur!

… weshalb das Amt der Ministerpräsidentin, das Sie demnächst übernehmen werden, wohl nur die logische Fortsetzung ist – Sie haben fast jedes Ressort kennengelernt.
Politische Karrieren haben selten etwas mit logischen Fortsetzungen zu tun, sondern sind geprägt von vielen Zufällen und Unwägbarkeiten. Aber es ist schon so, dass ich durch meine bisherige Ministertätigkeit umfassende Erfahrungen gesammelt habe.

Die Zuständigkeit für Sport ist eine Konstante. Sind Sie Fußballfan?
Ich bin Sport- und Fußballfan. Ich spiele zwar selbst nicht Fußball, schaue es aber sehr gern, zwar mit relativ geringer Sachkenntnis, aber mit umso mehr Begeisterung. Ich habe eine fußballverrückte Familie mit lauter untröstlichen Bayern-Fans, die in dieser Saison gelitten haben. Es erfordert immer einiges an psychologischem Fingerspitzengefühl, nach einem verpatzten Bayern-Wochenende den Familienfrieden wiederherzustellen.

Die Fans des FC Saarbrücken müssen deutlich mehr leiden, weil ihr Verein momentan in der dritten Liga spielt.
Da hat der FCS aber gerade einen tollen Saison-Endspurt hingelegt. Wir wollen die Bedingungen für den professionellen Fußball weiter verbessern – was auch mit der Frage zu tun hat, wie wir Talente im Saarland halten können.

In welcher Liga spielt das Saarland politisch? Als Peter Müller vor zwölf Jahren angetreten ist, hat er die Parole ausgegeben: „Aufsteigerland Saarland“.
Wenn man sich die Daten der vergangenen Jahre anschaut, dann muss man sagen, ist der Aufstieg in die erste Liga gelungen. Bei den Arbeitslosenzahlen gehören wir seit Jahren konstant zu den besten fünf Ländern der Bundesrepublik, und beim Wirtschaftswachstum sind wir nach Baden-Württemberg und Bayern das Land mit der drittstärksten Dynamik. Wenn man das Saarland allerdings mit Bundesligavereinen vergleicht, dann ist es gewissermaßen der Verein mit dem geringsten Budget.

Das Saarland macht derzeit einen Strukturwandel durch, der Bergbau, der das Land geprägt hat, läuft bald aus. Das betrifft Sie auch persönlich: Ihr Mann ist im Bergbau tätig. Ist ein solcher Prozess dann besonders schmerzvoll?
Ja, das ist so. Mein Mann und mein Bruder arbeiten beide im Bergbau. Es war für uns alle eine schwierige Debatte, besonders für die in der Branche Beschäftigten, als wir in der CDU klipp und klar gesagt haben, dass wir ein festes Ausstiegsdatum für den Bergbau brauchen. Das war eine Debatte, die auch innerhalb der Partei schwierig zu führen war, die aber aus meiner Sicht durchgestanden ist. Die Menschen, die im Bergbau arbeiten, sind ein ganz besonderer Menschenschlag. Es ist eine Gefahrengemeinschaft, das kann man nur nachvollziehen, wenn man selbst mal unter Tage war.

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